Vbg: Pyromane vor Gericht: Mann will den Feuertod
Feldkirch (Vbg): Vier Jahre in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher – so lautet das Urteil am Landesgericht Feldkirch für einen amtsbekannten Pyromanen. Der Feldkircher versucht sei Jahren, im Feuer umzukommen.
Der größte Wunsch dieses Mannes sei es im Feuer zu sterben, sagte Primar Reinhard Haller vor Gericht. Diesen Wunsch, versuche sich der gebürtige 52-jährige Feldkircher schon seit Jahrzehnten zu erfüllen.
Das erste Mal in Haft kam der gelernte Koch in den 70er Jahren. Seitdem saß er knapp 20 Mal in Haft oder er wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.
Seine Feuer-Besessenheit hat ihn gezeichnet: Der Mann hat keine Haare mehr, kaum Augenbrauen.
Das Augenmerk wurde im Prozess freilich auf seine Psyche gerichtet: Gerichtsgutachter Haller sprach wörtlich von einem wissenschaftlich interessanten Fall. Dieser Mann zündele nicht, um Versicherungen zu betrügen oder weil er Macht ausüben wolle, wie jetzt etwa beim Fall in Kärnten, sagt Haller.
Der Feldkircher sei ein Pyromane wie man ihn sonst nicht findet. Das Feuer bestimme das Leben dieses Mannes – seit Kindheit an. Haller beschrieb den Pyromanen als einen intelligenten, eigentlich „recht netten“ Mann.
Beim Legen der Feuer habe er immer Acht gegeben, dass niemand sonst zu Schaden kommen kann. Meist zündete er unbewohnte, verfallene Häuser an. Er sei nicht geisteskrank, auch nicht zurechnungsunfähig, aber er habe eine erhebliche Persönlichkeitsstörung.
Mit allen Regeln der Kunst konnte man den 52-Jährigen nicht heilen. Leben könne er eigentlich – so Haller – nur mehr unter ganz klaren Strukturen – also in Haft oder in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.
