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Stmk/Ktn: Nun ein oder zwei Brandstifter aktiv?

Kärnten / Steiermark: Ist der zwölffache Brandstifter von Klagenfurt auch der zweifache Brandstifter von Graz? Die Grazer Kriminalpolizei hat nach wie vor Zweifel, dass es sich um ein und den selben Täter handelt.

Es gebe aber einen begründeten Verdacht, so Alfred Pölzl von der Feuerpolizei im Magistrat Graz: „Der stützt sich auf ein Telefonat in Klagenfurt und hier ist möglicherweise der Ansatz gegeben, dass auch dieser Mann in Graz sein Unwesen treibt. Und diese zwei Brände sind ja fast ein Beweis.“

Laut Psychologen steht fest, dass die Brände jemand gelegt hat, der Aufmerksamkeit erregen will; echte Pyromanen – also Brandstifter, die durch Feuer sexuell erregt werden – gibt es sehr selten, sagt der Grazer Universitätsprofessor und Psychiater Peter Hofmann. Wer Brände legt, hat meist eine Persönlichkeitsstörung, ist frustriert, kämpft mit verdrängten Problemen und will Aufmerksamkeit erregen: „Meistens haben die das Problem, dass sie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl haben und es dann in einer anderen Form ausleben. Weil was bedeutet es, wenn jemand zwölf Mal einen Brand stiftet? Das bedeutet, er versetzt unheimlich viele Menschen in Angst und Schrecken und das ist das, was ein Gefühl der Macht gibt, der Genugtuung und der Kompensation für Schwierigkeiten, die man auf anderen Ebenen hat.“

Häufig, so der Psychiater, treiben die Täter gleichsam ein Spiel mit dem Feuer, mit der Feuerwehr und mit der Polizei: „Ich habe einige Brandstifter kennengelernt, die ganz aktiv – etwa an Löschmaßnahmen – teilgenommen haben, die sogar teilweise aus dem Bereich der Feuerwehr selbst kommen. Dieser Bezug zum Feuer, nämlich dann dort bleiben, zuschauen, wie alles niederbrennt und vielleicht sich auch noch als Zeuge anbieten und ähnliches, erleben wir immer wieder in diesem Zusammenhang“, sagt Hofmann.

Anlass für den Verdacht, dass der Täter von Klagenfurt auch jener von Graz ist, ist ein Anruf, in dem ein Unbekannter gesagt haben soll, in Klagenfurt sei er jetzt fertig, er gehe zurück nach Graz. Angeblich brannte es kurz darauf in Graz, dann aber auch wieder in Klagenfurt. Möglicherweise handelt es sich bei dem Täter von Graz aber auch „nur“ um einen Trittbrettfahrer. Es kommt häufig vor, dass jemand nach Bränden oder auch nach Banküberfällen auf die Idee kommt, selbst eine Tat zu verüben, so der Psychiater Hofmann.

Dass der Täter von Klagenfurt nur ein vorübergehendes psychisches Problem hat, bezweifelt der Psychiater; er werde wohl so lange Brände legen, bis man ihn erwischt, befürchtet Hofmann. Die Grazer Kriminalpolizisten sagen, sie ermitteln in den beiden Fällen in Graz, stehen aber auch in Kontakt mit den Kärntner Kollegen, zumal der Leiter der Sondereinsatzgruppe in Klagenfurt ein Steirer ist.

Der unbekannte Täter war in der Nacht auf Montag in ein Kellerabteil in der Liebenauer Hauptstraße und in eines in der Evangelimanngasse eingedrungen und hatte Papier und Kartons angezündet. Bei den Bränden entstand ein Schaden von 75.000 Euro. In Klagenfurt gab es innerhalb von elf Tagen zwölf Mal Brandalarm.

ORF Steiermark

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