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Tirol: Nur mehr ein Haus für drei Feuerwehren?

Langkampfen (Tirol): Mit einem Flugblatt an alle Haushalte versucht Vizebürgermeister Martin Hirner von der Liste „Starkes Team“ die Bevölkerung von Langkampfen auf seine Idee einzuschwören. Für drei Feuerwehren soll es nur ein Feuerwehrhaus geben…

Auf vier Seiten wird im Magazin der Langkampfner Wirtschaft für den Neubau eines Feuerwehrhauses in der Nähe des Lebensmittelhändlers MPreis in Niederbreitenbach geworben.

„Es sollte nicht sein, dass unsere Kinder noch die Schulden für diese Feuerwehrhäuser zurückzahlen müssen. Wir treten deshalb für ein gemeinsames Feuerwehrhaus für alle drei Feuerwehren des Orts ein“, fährt Hirner in der Aussendung emotionale Geschütze auf. Zudem glaubt er, dass der geplante Standort des neuen Feuerwehrhauses für Niederbreitenbach unterhalb des Nagelschmiedbauern nicht optimal ist.

Dass er sich mit seiner Forderung in ein Wespennest gesetzt hat, ist Hirner angesichts des Gegenwinds bewusst geworden: „Niemand traut sich das Thema anzusprechen. Aber wir sollten darüber diskutieren, ob wirklich zwei Feuerwehrhäuser innerhalb von zwei Kilometern neu gebaut werden müssen.“ Laut Hirner stünde nach dem Neubau in Niederbreitenbach Unterlangkampfen auf dem Plan.

Für Niederbreitenbachs Feuerwehrkommandant Georg Juffinger ist ein Neubau unumgänglich: „Links und rechts von den Autos sind 40 Zentimeter Platz zum Einsteigen und zum Umziehen. Zudem ist das Haus nicht geheizt, immer wieder friert der Kompressor der Autos ein.“

Einem zentralen Bau kann Juffinger nichts abgewinnen: „Das Feuerwehrhaus muss im Dorf bleiben. Bei Einsätzen geht es um jede Minute. Wenn wir einen Brand nicht innerhalb der ersten zehn Minuten erwischen, ist die Gefahr eines Vollbrandes enorm groß.“

Kritik aus der Bevölkerung, der Bau eines Feuerwehrhauses in Niederbreitenbach sei sogar im Wahlprogramm der Liste „Starkes Team“, kommentiert Hirner eher knapp: „Das Feuerwehrhaus soll ja nach Niederbreitenbach kommen. Eben halt eines für alle Feuerwehren.“

„Ob da noch jemand bei der Feuerwehr bleiben will, wenn er zu Einsätzen immer ein paar Minuten zu spät kommt, ist fraglich“, sagt Juffinger. Zentralisieren könne man bei einer Berufsfeuerwehr und nicht wenn Freiwillige minutenlang bis zum Gerätehaus brauchen.

Diesen Freitag ist jedenfalls der Tag der Entscheidung in Langkampfen: Es geht um die Standortfrage und die Vergabe der ersten Fixplanung.

Tirol Online

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