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Computer-ReSi simuliert Feuer, Rauch und böse Buben

Hagenberg (Oö): Training für Einsatzkräfte in einer Computer-Welt schafft völlig neue Möglichkeiten: Feuer, Rauch oder Geiselnehmer kommen aus dem Rechner, die Testpersonen können lebenswichtige Handgriffe beliebig oft üben.

ReSi ist eine Entwicklung des FAW im Softwarepark Hagenberg und steht für Reality Simulation, also künstliche „Wirklichkeit“ aus dem Computer. Statt teurer Großübungen, die ganze Industrieanlagen tagelang lahm legen und mit erheblichen Gefahren verbunden sein können, können Arbeiter oder Rettungskräfte ihren Einsatz am Simulator trainieren. „Es haben sich auch schon Vertreter von Antiterror-Einheiten und Militärs dafür interessiert, weil auch ein Training von aufwändigen Einsätzen wie Geiselbefreiung oder Häuserkampf mit dem ReSi-Simulator möglich ist“, sagt Knud Steiner vom FAW (Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung).

Sicherheits- und Notfalltraining könne zum Beispiel bedeuten, dass bei einem Brand in einer Industrieanlage ein Arbeiter ein bestimmtes Ventil schließen müsse: In der ReSi-Umgebung kann er mit Datenhelm und Sensoren den Weg dorthin und die rettenden Handgriffe so lange üben, bis alles perfekt abläuft. In der Realität wäre ihm die Anlage dabei schon dreimal um die Ohren geflogen.

„Bedienungsfehler bei komplexen Maschinen führen auch immer wieder zu schweren Arbeitsunfällen und zu Stillständen mit hohem Schaden“, sagt Steiner: Im ReSi-Simulator könne die ganze Mannschaft so lange auf einer neuen Anlage ausgebildet werden, bis jeder seine Rolle im Schlaf kenne.

„Echter“ Großbrand
Für Feuerwehren oder Rettungsärzte kann ReSi noch mehr leisten: Es können ganze Gebäudekomplexe und ihr Brandverhalten simuliert werden, rasches Erkennen der Lage und richtiges Vorgehen können ohne Risiko für Übungsteilnehmer erprobt werden.

Damit der Übende sich in der virtuellen Umgebung bewegen kann, wird zuerst ein Szenario programmiert: zum Beispiel ein Güterbahnhof mit Kesselwaggons für eine Feuerwehr-Übung oder ein Hotel mit Geiselnehmern in einem Zimmer im dritten Stock für eine Antiterror-Übung. Dann kann sich der Übungsteilnehmer mit einem Datenhelm und magnetischem Tracker darin bewegen: Der Tracker registriert Position und Handlungen der Testperson, und der Computer liefert die richtigen Bilder dazu.

„Die ReSi ist so ausgelegt, dass auch mehrere Schüler an einem Training teilnehmen können“, sagt Steiner: Die Umgebungen könnten rasch und simpel angepasst oder umgestaltet werden. Wenn sich der Schüler mit einem 3D-Joystick in seiner künstlichen Übungswelt bewegen soll oder Explosionen und herunter fallenden Trümmern ausweichen muss, kann auch das programmiert werden: „Damit kann man Stress-Situationen erproben, die in der Realität für den Übungsteilnehmer lebensgefährlich wären“, loben die FAW-Techniker ihre ReSi.

Das Interesse sei bereits groß: Nach Messe-Präsentationen habe man eine Reihe von Anfragen für konkrete Projekte erhalten.

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