Flutwelle Südasien: Amateurfunk als Kommunikationsmittel!
Österreich – Südasien: Aufgrund der teilweise nicht mehr vorhandenen Kommunikationsmittel in den Krisengebieten der Flutwelle, holt man nun ein altbewährtes Mittel zur Abhilfe: Den Amateurfunk. Der ÖVSV berichtet über die Rolle dieses Kommunikationsmittels:
Die Funkexpedition auf den Andamanen besteht aus Funkamateuren, die für die Andaman- und Nicobarinseln eine Ausnahmegegehmigung der indischen Regierung erhalten haben, da diese Inseln üblicherweise militärisches Sperrgebiet sind.
Während des Bebens und der nachfolgenden Flutwelle war die Station VU4RBI sende und empfangsbereit. Da sämtliche Telefon und E-Mailverbindungen sofort ausfielen, wurde sofort der Notverkehr mit dem indischen Festland aufgenommen.
Da auch gleichzeitig der Strom ausgefallen war, wurde neben dem Hotel eine Station mit Autobatterie und Vertikalantenne aufgebaut. Die Ausgangsleistung dieser Station betrug 20 Watt, was für den Kurzwellenfunkverkehr in Morsetelegraphie über 1000km ausreichend war. Es wurden Health and Welfare -Meldungen ans indische Festland sowie nach Thailand übertragen. Besorgte Angehörige wurden über den Verbleib ihrer Verwandten und Bekannten informiert.
Die Leiterin der Expedition, Mrs. Bharathi Prasad (VU2RBI) hat vom Zeitpunkt des Unglücks bis zu ihrer planmässigen Heimkehr nach Indien viele Stunden und Tage den Notverkehr abgewickelt. Die Expedition war vom 3.12. bis 31.12.2004 geplant.
Es sind nach wie vor Funkamateure, auch nach teilweisem Aufbau der Telefonverbindungen, mit Notverkehr beschäftigt.
Ein Team wurde durch ein Militärflugzeug auf die Nicobareninseln gebracht, die wesentlich schlimmer getroffen wurden als die Inselgruppe der Andamanen um auch von dort Notverkehr auf Kurzwellen-Amateurfunkfrequenzen zu ermöglichen.
Auch aus Sri Lanka und Thailand erhielten wir Meldungen über den sofortigen Einsatz von Funkamateuren nach der Flutwelle. In Colombo wurde durch Mitglieder der „Sri Lanka Amateur Radio Society“ eine Funkstation im Büro des Premierministers eingerichtet um Verbindung zu mobilen Amateurfunkstationen südlich der Küstenstadt Hambantota herzustellen und 48 Stunden aufrecht zu erhalten, wie der Präsident des Amateurfunkclubs in Sri Lanka, G. Victor A. Goonetilleke mitteilte.
Wieder einmal hat sich der Amateurfunk als zuverlässiges und unkompliziertes Kommunikationsmedium bei Ausfall von herkömmlichen Fernmeldeverbindungen erwiesen. Weltweit können Funkamateure auf den vorgesehenen Frequenzbändern Meldungen mittels Sprech- u. Datenfunk oder Morsezeichen übertragen.
National bemüht sich der Österreichische Versuchssenderverband (ÖVSV) um den zügigen Aufbau eines österreichweiten Funknetzes A.R.E.N.A (Amateur Radio Emergency Network), das den einzelnen Funkamateur und Amateurfunk bei Behörden und Einsatzorganisationen einbindet, um so für einen Grossunfall und Katastrophenereignisse vorbereitet zu sein.
Passende Links:
Österreichische Versuchssenderverband
Information über Powerline Communication und deren Auswirkungen auf den Funk
