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Opferzahlen nach der Flutwelle immer noch im Steigen! Bereits über 15.000 Tote!!

Südasien: Einen Tag nach dem schweren Erdbeben und den von ihm ausgelösten Flutwellen in Südostasien ist das ganze Ausmaß der Katastrophe immer noch nicht klar. Stündlich steigt die Zahl der Opfer und der Vermissten weiter an. Noch sind die Rettungsmannschaften nicht in alle verwüsteten Regionen vorgedrungen. Bis Montagfrüh (MEZ) berichteten die Behörden in Sri Lanka, Indonesien, Indien, Thailand und drei weiteren Ländern von über 15.000 Toten und tausenden weiteren Vermissten.

Allein auf der indonesischen Insel Sumatra, vor deren Westküste das Epizentrum des viertschwersten Bebens seit 1900 lag, starben rund 4.450 Menschen. Auf Sri Lanka wurden nach neuen Angaben mehr als 4.850 und in Indien fast 4.000 Menschen durch Flutwellen getötet. Thailand meldete knapp 400 Tote, die meisten von ihnen kamen in beliebten Urlauberorten im Süden des Landes ums Leben.

Auch tausende österreichische Urlauber befanden sich in der Krisenregion. Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) erklärte in einer Aussendung, dass die Namen von 650 heimischen Touristen über Hotlines des Außenministeriums aufgelistet worden seien, die in den Krisenregionen sind. ‚Wir sind jetzt dabei, jeden einzelnen Fall zu überprüfen und zu bearbeiten‘, so Plassnik.

Der Tsunami soll einen Niederösterreicher in einem Ferienressort in Thailand vor den Augen seines Vaters mitgerissen und ins Meer gespült haben. Das schreiben übereinstimmend ‚Kurier‘ und ‚Kronenzeitung‘ in ihrer Montagsausgabe. Laut ‚Kurier‘ gilt der Niederösterreicher seitdem als vermisst. Die Kronenzeitung berichtet, seine Leiche sei bereits geborgen worden. Eine Bestätigung des Außenministeriums für diese Meldungen gibt es vorerst nicht.
Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief am Montag, dem 27. Dezember 2004, eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des Bebens aus. Er reiste in die Provinz Aceh, der am schwersten betroffenen Region im Norden Sumatras, um sich über das Ausmaß der Schäden und die Rettungsbemühungen zu informieren.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind hunderttausende weitere Menschen, darunter vor allem Kinder, in den betroffenen Ländern akut gefährdet. Gebraucht würden dringend sauberes Trinkwasser, Zelte, sanitäre Einrichtungen und Medikamente für die obdachlos gewordenen Menschen, sowie Hubschrauber zur Evakuierung der von den Fluten eingeschlossenen Dörfer. Auch das Kinderhilfswerk UNICEF entsandte Expertenteams in die Region, um das Ausmaß der Katastrophe einzuschätzen und die benötigte Hilfe vorzubereiten.

Die Erde bebte am Sonntagmorgen mit einer Stärke von 8,9 auf der Richterskala in zehn Kilometer Tiefe unter dem Meer westlich der indonesischen Insel Sumatra. Die heftigen Erdstöße lösten meterhohe Flutwellen aus, die bis an die Küsten Malaysias, Thailands und Indiens rollten. Die herantosenden Fluten setzten ganze Orte in der Region unter Wasser, zahlreiche Häuser wurden zerstört, Boote kenterten, Autos wurden von den Wellen mitgerissen. Der thailändische Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen.
Das Beben war auch in Malaysia und Singapur zu spüren. Auf einer Insel im Nordwesten Malaysias fielen 16 Menschen der Flutwelle zum Opfer. Auf den Malediven starb ein britischer Tourist vor Schreck, als der Tsunami auf ihn zuraste. Aus dem ostafrikanischen Somalia wurden mindestens neun Tote gemeldet, ein Anstieg der Opferzahlen wurde auch hier befürchtet.

Mit Bestürzung und Hilfsangeboten haben Politiker aus aller Welt auf die Katastrophe reagiert. Papst Johannes Paul II. forderte internationale Hilfsmaßnahmen. Die Europäische Union stellte eine Soforthilfe von drei Millionen Euro bereit. Caritas International und die Diakonie Katastrophenhilfe stellten für die Opfer der Erdbeben in Asien 300.000 Euro als erste Hilfe zur Verfügung. Einheimische Mitarbeiter und Hunderte freiwillige Helfer seien bereits im Einsatz.

Das Rote Kreuz teilte zudem mit, dass eine Rotkreuz-Ärztin auf der Maschine der Austrian Airlines nach Colombo mitflog. Ein sechsköpfiges Kriseninterventionsteam der Organisation wurde in Alarmbereitschaft versetzt, um österreichische Touristen in den Krisengebieten betreuen zu können.

ORF

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