Feuerwehrtragödie: Aufräumarbeiten haben begonnen
Gretzenbach (Schweiz): Vier Tage nach dem Einsturz einer Tiefgarage in Gretzenbach (SO) haben am Mittwoch die Aufräumarbeiten begonnen. Armeeangehörige sowie Polizeiexperten und Feuerwehrsachverständige tragen die Schichten ab und untersuchen die Trümmer. Das Unglück, bei dem sieben Feuerwehrleute starben, beschäftigt auch die Parlamentarier.
Nach einer eintägigen Verzögerung fuhren am Mittwochmorgen die Rettungstruppen der Armee mit schwerem Gerät auf, wie ein Sprecher der Solothurner Kantonspolizei sagte. Die Arbeiten gingen wegen der parallel verlaufenden Untersuchungen zur Einsturzursache und des starken Regens nur langsam voran. Sie würden bis mindestens nächste Woche andauern. Neben den Armeeangehörigen waren Experten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich sowie Sachverständige der Berufsfeuerwehr Bern vor Ort, um laufend Aufzeichnungen und Vermessungen vornehmen. Es war vorerst nach wie vor unklar, wie viele Autos vor dem Einsturz der Decke der Tiefgarage gebrannt hatten.
Verschiedene Medienberichte, wonach die Erdschicht über der Tiefgarage zu hoch gewesen sei, wollte am Mittwoch niemand direkt bestätigen. Hanspeter Isch, Direktor der solothurnischen Gebäudeversicherung, zog dahingehende Aussagen aus seinem Amt zurück. Der für die Umgebungsarbeiten nach Beendigung des Garagenbaus 1989 zuständige Luzerner Gartenbauunternehmer Kilian Hagmann sagte lediglich, dass seines Wissens die Vorschriften eingehalten worden seien und der Gestaltungsplan vom Architekten und den zuständigen Stellen abgenommen worden sei.
Auch an den eidgenössischen Parlamentariern in der Wintersession geht das tragische Ereignis nicht spurlos vorüber. Die 15-köpfige parlamentarische Kerngruppe Feuerwehr wird sich an ihrer Sitzung in der dritten Sessionswoche mit dem Thema befassen, wie deren Präsident Bruno Zuppiger (SVP/ZH) am Mittwoch einen Artikel der Zeitung «Blick» bestätigte. Zuppiger forderte, dass sämtliche baulichen Normen für solche Tiefgaragen überprüft werden sollen. Zudem brauche es landesweite Inspektionen des gleichen Bautyps. Weitergehende politische Konsequenzen könnten aber erst nach dem Vorliegen des Untersuchungsberichts gezogen werden.
Die im Internet aufgelegten Kondolenzbücher wurden auch am Mittwoch rege genutzt, bereits gegen 700 Einträge wurden verzeichnet. Bei dem Einsturz der Einstellhallendecke nach einem Fahrzeugbrand waren am Samstag sieben Feuerwehrleute getötet worden. Die Solothurner Justiz hat ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.
