Sauergas-Großübung der OMV
Aderklaa (NÖ): Auch heuer fand wieder die jährliche Sauergas-Großübung der OMV statt. Zahlreiche Feuerwehren entlang der Sauergasleitung erproben laut Alarmplan gemeinsam mit der OMV Betriebsfeuerwehr unter Aufsicht zahlreicher Beobachter den Ernstfall.
Angenommen wurde ein Zwischenfall in der Gasstation in Aderklaa – Brand mit Austritt von Sauergas (H2S) – so lautete die Alarmmeldung. Zwei Mitarbeiter der OMV werden schwer verletzt, einer davon wird von den Flammen eingeschlossen.

Sauergas ist ab einer Konzentration von 500 ppm in der Luft tödlich. Aus diesem Grund sind umfangreiche Absperrmaßnamen und äußerste Vorsicht beim Austritt von Sauergas notwendig. Diese Umstände erfordern eine sehr große Zahl an Einsatzkräften, deren Koordination immer wieder geübt werden muss.
Hier einige Informationen zum Stoff:
* Merkblatt Schwefelwassersotff W.E.G Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung Juli 1999, Stoffname: Schwefelwasserstoff, UN Nummer: 1053.
H2S tritt bei der Produktion und Aufbereitung von sauren Erdgasen und bei der thermischen Gewinnung von Erdöl im Erdölgas auf.
Es ist eines der giftigsten bekannten Gase. H2S macht sich bereits in geringen Konzentrationen durch Geruch nach faulen Eiern bemerkbar. Die Geruchsschwelle liegt unter 1 ppm. H2S ist farblos, brennbar und schwerer als Luft. Bei Mischung von H2S mit Luft besteht Explosionsgefahr. Der MAK Wert – die maximale Arbeitsplatzkonzentration ist auf 10 ppm festgelegt. Vergiftungen durch H2S erfolgen durch Einatmen.
Einwirkung von H2S führt zu folgenden Erscheinungen:
– bis 10 ppm keine Zeichen von Vergiftungen oder Gesundheitsgefährdung
– bis 150 ppm Reizung der Augen und der Atemwege
– bis 300 ppm schwere Reizung der Schleimhäute, Übelkeit,
Erbrechen, Geruchslähmung
– bis 700 ppm Bewusstlosigkeit mit motorischer Unruhe,
nach über 30 min Tod
– über 700 ppm ohne Vorwarnung schlagartig Bewusstlosigkeit,
Atemstillstand, Tod
An der Übung waren über 10 Freiwillige Feuerwehren, die Betriebsfeuerwehr der OMV sowie das Rote Kreuz und die Gendarmerie beteiligt. Die Feuerwehr der Stadt Gänserndorf nahm mit 4 Fahrzeugen und 14 Mann an der Alarmübung teil.
Folgende Aufgaben wurden wie im Alarmplan definiert durch die Feuerwehr Gänserndorf erledigt.
• Besetzung der Bezirksalarmzentrale im Feuerwehrhaus Gänserndorf
• Stellung eines Lotsenfahrzeuges beim Feuerwehrhaus für die Kräfte des Roten Kreuz
• Aufbau und Führung der Einsatzleitung
• Aufbau und Führung des Atemschutzsammelplatzes
