Schwere Gas-Explosion in Wohnhaus
Wien-Meidling: In Wien-Meidling ist es am Sonntag, dem 15. August 2004, in einem Wohnhaus in der Pohlgasse zu einer schweren Gasexplosion gekommen. Insgesamt gab es acht Verletzte, ein Mann erlitt lebensgefährliche Brandwunden. Das Haus wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Gegen 11.00 Uhr erschütterte eine heftige Gasexplosion das Haus in der Pohlgasse 33 im 12. Bezirk. Die Feuerwehr rückte mit knapp 25 Mann aus. Die Wohnung im 1. Stock, in der es zur Explosion gekommen ist, ist komplett verwüstet.
Insgesamt gab es acht Verletzte, ein 66-jähriger Mann wurde mit lebensgefährlichen Brandwunden ins Wiener AKH gebracht. Wie Oberärztin Elisabeth Schön von der Wiener Rettung erklärte, hat der Mann Verbrennungen zweiten und dritten Grades an rund 60 Prozent der Körperoberfläche erlitten. Er wurde am Nachmittag operiert – noch ist nicht klar, ob er den Unfall überleben wird. Auch eine 71-Jährige, die Rissquetschwunden am Hinterkopf und Prellungen erlitten hatte, wurde ins AKH eingeliefert. Eine 25-jährige Frau und ein 58-jähriger Mann wurden mit Schnittwunden ins Hanuschkrankenhaus gebracht. Weitere vier Personen wurden am Ort des Geschehens ambulant versorgt.
Unklar blieb vorerst, ob eine Gasflasche oder ausströmendes Gas die Explosion ausgelöst hatte. Laut dem Sprecher des Büros für Sofortmaßnahmen, Horst Lassnig, wurden keine tragenden Teile beschädigt. Die Zuleitungen für Gas, Strom und Wasser wurden abgesperrt.
Am Ort des Geschehens in der kleinen Gasse in Wien-Meidling bot sich den Augenzeugen ein Bild der Verwüstung. Straße und Innenhof waren von Scherben und Fensterteilen übersät. Fensterrahmen in dem betroffenen Haus waren aus der Verankerung gerissen worden. Bestürzung und Schock war in die Gesichter der vielen Menschen vor dem Haus geschrieben, von denen viele selbst in dem Gebäude leben. ‚Ich habe einen Knall gehört und dann war draußen im Stiegenhaus schon alles grau vor Staub‘, schilderte eine ältere Hausbewohnerin aus dem dritten Stock die bangen Minuten. Auch sonst sah man lauter betroffene Gesichter: ‚Die Druckwelle habe ich bis zu meiner Wohnung gespürt‘, sagte ein Mann der fünf Häuser weiter wohnt, ‚ich hab geglaubt die Decke stürzt ein‘.
Das Haus wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen: An der Außenseite des Altbaus waren große Risse im Bereich der Unglückswohnung zu sehen. Weiters war ein Teil der Zwischendecke einer darunter liegenden Wohnung herabgestürzt, wie Ernst Ambrozy von der Wiener Feuerwehr sagte.
Die Schadenssumme am Haus wird auf rund eine Million Euro geschätzt. Die akute Einsturzgefahr ist gebannt, das Haus bleibt jedoch bis auf weiteres gesperrt.
Die Bewohner wurden in Ersatzquartieren untergebracht. Nicht klar ist, wann sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, sagt Johann Zwinger vom Büro für Sofortmaßnahmen. Der Hintertrakt, in dem auch die Explosion stattfand, wird laut Zwinger in den nächsten Wochen nicht benützbar sein. Im Vordertrakt, der relativ unbeschädigt ist, können die Bewohner laut dem Experten in drei oder vier Tagen wieder einziehen – sofern die Infrastruktur wie Strom, Wasser und Gas wieder funktioniert.
