Horror-Erlebnis bei Anfahrt zum Unfallort – Lkw Crash
Ybbs (Nö): Um 01.45 Uhr erfolgte am 28. Juni 2004 die Alarmierung der FF Ybbs mittels Sirene und Pager. ‚Techn. Einsatz für die Freiw. Feuerwehr Ybbs auf der A1 zwischen Ybbs und Amstetten Ost – Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen, vermutlich auch eingeklemmte Person‘, lautete der Alarmierungsauftrag. Aus einer eher harmlos klingenden Einsatzmeldung wurde binnen 10 Minuten ein Horrorszenario, das wahrscheinlich noch kein Feuerwehrmann vor seinen Augen hatte.
Nachdem SRF und TLFA unterwegs zu dem gemeldeten Einsatz war, rückte auch das KDOF mit dem zweiten Bergegerät und 5 Mann zur Unfallstelle aus. Die Mannschaft befand sich bereits in Sichtweite zur gemeldeten Unfallstelle, wobei auch schon zu sehen war, dass sich auf beiden Fahrspuren ein längerer Stau gebildet hatte. Deshalb wechselte das KDOF auf den Pannenstreifen, um am Stau vorbeizufahren. Ein ca. 100m vor dem Kommandofahrzeug auf der ersten Fahrspur fahrender Lkw verringerte seine Geschwindigkeit überhaupt nicht! Die Mannschaft rief nur noch ‚der bremst ja gar nicht‘, und schon knallte der Lkw mit voller Fahrt auf einen stehenden Sattelschlepper. Für die Besatzung der KDO-F Mannschaft war natürlich die Einsatzfahrt hier zu Ende, während SRF und TLFA bereits beim ersten Unfall eingetroffen waren.

Zeit zum Nachdenken bleibt in so einem Moment wirklich keine. Hier war rasches Handeln gefragt. Fahrzeug mit Kombispreitzer und Rettungszylinder in Stellung bringen, Unfallstelle absichern, Brandschutz aufbauen, gleichzeitig die Meldung an die Einsatzzentrale, das ein weiterer schwerer Unfall passiert ist und dringend ein Notarzt und weitere Kräfte seitens der Feuerwehr benötigt werden. Erst jetzt wurde die ganze Tragik augenscheinlich. Außer dem eingeklemmten Lenker befand sich noch ein Beifahrer in der massiv eingedrückten Fahrerkabine, welcher wahrscheinlich sofort tot war. Dies konnte der eingetroffene Notarzt nur mehr feststellen. Da bei diesem Einsatz mehrere jüngere Kameraden/auch ältere dabei wahren, welche so etwas Schreckliches erstmalig erlebten wird bzw. wurde noch am selben Tag abends eine Nachbesprechung mit einer geschulten Person durchgeführt, damit man besser mit dem Erlebten klar kommt.

Eingesetzte Fzg.: SRF, TLF, KDOF, LF, VF mit 20 Mann. EL HBI Wolfgang Anzenberger, Einsatzdauer: 3 Stunden.
