Großbrand nach Bluttat mit 3 Toten
Nettingsdorf (Oö): Drei Tote hat am Freitag eine Familientragödie in einem bekannten Ausflugsgasthaus in der Nähe von Nettingsdorf gefordert. Der 61-jährige Wirt dürfte seine Frau und seine Tochter erschossen, das Anwesen angezündet und schließlich Selbstmord begangen haben.
Noch in der Früh war die Wirtsfamilie mit dem Kellner der Jausenstation zusammen gesessen und hat Kaffee getrunken. Gegen 9.00 Uhr verließ der Angestellte das Haus. Eine bevorstehende Verzweiflungstat sei für den Kellner allerdings nicht absehbar gewesen, heißt es bei der Exekutive.
Danach dürfte es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Wirt und seiner Gattin gekommen sein. Mit einer Jagdwaffe soll der 61-jährige dann der Frau und seiner 19-jährigen Tochter in den Rücken geschossen haben. Tatort könnte die Scheune des Anwesens gewesen sein. Anschließend dürfte der Täter die Leichen auf einer Decke ins Wohnzimmer geschleift hat. Dann soll er den Brand gelegt und Selbstmord begangen haben. Darauf deutet zumindest die Tatsache, dass die Toten im Wohnzimmer richtiggehend aufgebahrt lagen. Außerdem wurde neben der Leiche des Wirts eine Flinte gefunden, bei der es sich höchstwahrscheinlich um die Tatwaffe handelt.
Derzeit versuchen die Ermittler, den Tathergang zu klären. Die drei Leichen waren im Wohnzimmer des Anwesens gefunden worden, die Tat dürfte der Mann aber woanders begangen haben.
Nachbarn der Jausenstation haben am Freitagvormittag den Brand gesehen und den Schwager des Besitzers verständigt. Der fuhr sofort zum Ort des Geschehens und alarmierte die Feuerwehr. Bei den Löscharbeiten entdeckten die Einsatzkräfte dann die drei Leichen. Das Gebiet wurde großräumig abgeriegelt, weil die Exekutive zuerst nicht ausschließen konnte, dass es möglicherweise einen flüchtigen Täter gab. Dann deutete aber immer mehr darauf hin, dass der Wirt die Bluttat begangen hatte.
Der Grund für die Tat könnte die Pleite seines Betriebes gewesen sein. Ein Gläubiger hatte offenbar die Geduld verloren und auf den Konkurs gedrängt. Am Mittwoch war beim zuständigen Gericht Linz auf Antrag eines Gläubigers das Konkursverfahren eröffnet worden, wie der Kreditschutzverband auf Anfrage bestätigte.
