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Konfrontation Feuerwehr und Bergefirma

Oberösterreich: Eine Lkw-Bergung sorgt für gewaltige Unruhe zwischen der Feuerwehr der Gemeinde und der Abschleppfirma Hummer. Die Wehr wirft dem Marchtrenker Unternehmen vor, die Bergung und die Aufräumarbeiten am Mittwochabend (vor knapp 2 Wochen) nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben.

Denn am Donnerstag war die betroffene Straße noch durch eine Ölspur, das angrenzende Feld durch eine Öllacke kontaminiert. Die Feuerwehr musste erneut ausrücken, das Erdreich abgegraben werden. Mittlerweile hat sich auch die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land (BH) eingeschaltet. Bezirkshauptmann Dr. Josef Gruber, der von Feuerwehr-Kommandant Alexander Schiller persönlich informiert wurde, hat eine Überprüfung der Vorfälle angeordnet. „Wir gehen der Sache intensiv nach und überprüfen, ob das Abschleppunternehmen die Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt hat“, erklärt Gruber. Zudem wird geklärt, ob der Lkw-Lenker seiner Anzeigepflicht bei der Gendarmerie nachgekommen ist. Denn der Fahrzeuglenker war nach dem Unfall einige Zeit unauffindbar.

Bei Feuerwehr-Chef Schiller verursachen die Vorfälle rund um die Lkw-Bergung nur noch ungläubiges Kopfschütteln. Denn eigentlich war die Feuerwehr am besagten Abend als Erster an der Unfallstelle auf der Gemeindestraße zwischen Niederharrern und Hofern. Weil auch die alarmierten Gendarmen „Gefahr in Verzug“ sahen, wollten die Florianijünger – unterstützt vom Kran der Welser Feuerwehr – mit der Bergung des umgestürzten Lastwagens beginnen. In der Zwischenzeit war aber die Marchtrenker Firma vom Lkw-Fahrer verständigt und mit der Bergung beauftragt worden. An der Unfallstelle entbrannte eine heftige Diskussion, wer denn nun die Arbeiten durchführen solle. „Wir wurden von den Arbeitern der Firma heftig beschimpft, sogar mit dem Anwalt wurde uns gedroht. Außerdem sprach man uns unser Urteilsvermögen ab“, ist Schiller empört. Die Feuerwehrmänner gaben schließlich nach und zogen von dannen.
Als Schiller aber am nächsten Tag zur Unfallstelle fuhr, bemerkte er besagte Ölspur und die Öllacke im Feld. „Die am Vorabend nur etwa sieben Meter lange Spur war durch den Straßenverkehr auf 100 Meter lang gezogen“, zeigt er sich entsetzt. Nach Rücksprache mit der Exekutive und der BH rückten die Florianijünger wieder aus und beseitigten die Unfallspuren. Außerdem ordnete ein Sachverständiger der Landesregierung das Abgraben des kontaminierten Erdreichs ab.

Bei der Firma Hummer ist man sich allerdings keiner Schuld bewusst. Man habe pflichtbewusst gearbeitet. „Wir haben 120 Kilo Ölbindemittel gestreut“, erklärt Manfred Hummer. Die Reste des Öls hätte auch die Feuerwehr nicht gesehen, ist er überzeugt. „Es war schließlich finstere Nacht“, sagt er. Wegen der vorherrschenden Dunkelheit am nächsten Tag noch einmal Nachschau an der Unfallstelle zu halten, dazu hat der Unternehmer aber keine Veranlassung gesehen. „Das tut doch keiner. Und die Feuerwehr hat ohnedies einen Grund gesucht, uns anzuschwärzen“, will der Unternehmer den schwarzen Peter den anderen zuschieben.

Er ist überzeugt: „Die Feuerwehren sehen in Fahrzeugbergungen gutes Geld. Deshalb herrscht Krieg zwischen manchen Wehren und den privaten Unternehmen“. „Wir sind doch kein Fußabstreifer! Schlussendlich hatten wir doppelte Arbeit.

Die Feuerwehr ist über die zusätzliche Arbeit aber keineswegs erfreut. Im Gegenteil: „Hätten wir die Arbeiten von Anfang an gemacht, wäre die Sache schon in der Nacht erledigt gewesen. So hatten wir die doppelte Arbeit und mussten am Donnerstag untertags, wo viele Kameraden arbeiten, noch zweimal ausrücken – weil unsere Arbeit auf einmal doch gefragt war. Wir sind doch kein Fußabstreifer, auf dem man herumtrampeln kann“, erklärt Schiller.

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