Medien / Fotografen

Eigene Feuerwache in Brand gesetzt

Hannover (Deutschland): Zwei 18 und 19 Jahre alte Feuerwehrleute und ein erst 16-jähriger Mittäter sind für eine der schlimmsten Serien von Brandstiftungen in den vergangenen Jahren verantwortlich.

Die Kripo legt den Beschuldigten aus Langenhagen-Kaltenweide zur Last, 50 Brände gelegt zu haben, darunter im ehemaligen Kaltenweider Bahnhof am 13. September oder in einer Reithalle im Juli. Im März hatten die drei offenbar auch das Gerätehaus der Feuerwehr Kaltenweide in Brand gesetzt und größtenteils zerstört, insgesamt haben die Serientäter laut Kripo einen Schaden von 1,5 Millionen Euro angerichtet, wobei die beschuldigten Feuerwehrleute bei den Löscheinsätzen zumeist nach Kräften mithalfen. Die drei sitzen in Untersuchungshaft, sie müssen mit Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr rechnen.

„Das ist schlimm, eine ganz schlimme Sache. Der Kaltenweider Ortsbrandmeister Egon Petersen kann es kaum fassen, dass auch zwei junge Männer aus den eigenen Reihen für die Brandserie verantwortlich sind, die die 43 Helfer der Ortswehr seit Juni 2002 in Atem gehalten hat. Es gab keinen Grund, jemanden von uns in Verdacht zu haben, versichert Peterson.

Der 19-jährige arbeitslose Robin A. war schon als Jugendlicher Mitglied der Wehr, ebenso wie der 18 Jahre alte Schüler Stefan A., beide wohnen in Kaltenweide, laut Kripo in geordneten Verhältnissen bei ihren Eltern. Sie sind nicht vorbestraft. Sascha B., ihr 16-jähriger Komplize, ist vor kurzem mit seiner Familie nach Bissendorf umgezogen, er hat vor einem Jahr die Schule verlassen und ist seitdem ohne Beschäftigung.
In Kaltenweide zeigt sich niemand überrascht von der Festnahme. „Die waren immer dabei, wenn es irgendwo im Dorf Ärger gab, heißt es im Schützenhaus. Altersgenossen sagen, dass Robin und Sascha auch oft Marihuana geraucht und mit Drogen gehandelt hätten.

Laut Geständnis bei der Kripo hatten der 19-Jährige und der 16-Jährige auch stets Drogen genommen, bevor sie Feuer legten. Robin A., der ganz in der Nähe vieler der Brandorte wohnt, war bereits vor einem Jahr im Visier der Ermittler gewesen, die Kripo musste ihn damals mangels Beweisen aber wieder laufen lassen. Durch einen Zeugenhinweis kam sie jetzt aber erneut auf die Spur der drei. Am 14. Oktober wurden zuerst Robin A. und Sascha B. festgenommen, beide gestanden und beschuldigten außerdem Stefan A. der Mittäterschaft, dieser kam ebenfalls in Haft. Ein Motiv für die Brandstiftungen ist laut Kripo nicht erkennbar. Die Kaltenweider Feuerwehr soll im Dezember wieder in ihr hergerichtetes Gerätehaus einziehen können, die drei Brandstifter werden in den nächsten Jahrzehnten für den angerichteten Schaden zahlen müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert