Sbg: Die Kirche brennt -> Einsatzübung in Kuchl

Kuchl (Sbg): Die in ihrer jetzigen Größe im 15. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche in Kuchl beinhaltet zahlreiche Kunstgegenstände aus der Gotik, der Barock- und Neuzeit. Darunter viele wertvolle Werke des …
… Kuchler Künstlers Prof. Josef Zenzmaier. Mehrere Unglücke bedrohten bereits die historische Kirche und ihre Nebengebäude: Im 18. Jahrhundert kamen bei einem Blitzschlag und anschließendem Brand mehrere Personen ums Leben. Der Kirchturm wurde daraufhin neu errichtet. 1983 brannte das nebenstehende Jugendheim ab und musste neu errichtet werden. In jüngerer Zeit wurde die Marienstatue absichtlich in Brand gesteckt und konnte gerade noch gerettet werden. Auch die örtliche Lage ist nicht unproblematisch: Die Zufahrt für Einsatzkräfte ist durch den großen Friedhof in der zweitgrößten Gemeinde des Tennengaues nur erschwert möglich.

Grund genug für die Kuchler Feuerwehr, um den Ernstfall bei einer Gemeinschaftsübung (Hauptwache Kuchl und Löschzug Jadorf) zu proben. Übungsannahme war ein Blitzschlag im Glockenturm, der einen Brand auslöst. Innerhalb kürzester Zeit nach Alarmierung treffen die 7 Einsatzfahrzeuge der Kuchler Feuerwehr am Brandort ein. Der angenommene Brand wird unter umluftunabhängigem Atemschutz von mehreren Trupps im Innenangriff bekämpft. Es werden zwei Abschnitte gebildet und von beiden Seiten werden die Brandbekämpfung und der Schutz der restlichen Kirche vorgenommen. Als Wasserbezugsquellen dienen ein Tiefbrunnen, ein Hydrant und der Bürgerausee. Vom Übungsleiter HBI Struber Johann wird die Teleskopmastbühne der Feuerwehr Golling und die Drehleiter Hallein zur Unterstützung angefordert. Weitere eigene Kräfte werden mit der Evakuierung der wertvollen Kunstgegenstände beauftragt.

Während des Übungseinsatzes wird ein Feuerwehrmitglied mit Atemschutz verletzt. Die bewusstlose Kameradin muss von den Atemschutztrupps unter erschwerten Bedingungen aus dem Glockenturm gerettet werden.
Nach gut einer Stunde sind durch die insgesamt 78 Übungsteilnehmer alle Aufgaben gelöst und es kann mit dem Zusammenräumen begonnen werden.

Pfarrer Mag. Gerhard Mühlthaler und Ortsfeuerwehrkommandant ABI Rupert Unterwurzacher zeigten sich mit dem Erfolg und dem Engagement der Kuchler Feuerwehrleute und den Kameraden aus den Nachbarsorten beeindruckt. Die Übung brachte wichtige Erkenntnisse für den wirklichen Einsatzfall, der hoffentlich nie eintreten wird.
