Deutschland. TÜV bremst Feuerwehr aus
Kürten (Deutschland): Bislang fehlte es der Kürtener Feuerwehr „nur“ an Feuerwehrleuten. Seit kurzem fehlen auch Einsatzfahrzeuge: Zwei Löschgruppenfahrzeuge älteren Baujahrs sind wegen starken Rostbefalls an den Aufbauten nicht durch den TÜV gekommen.
Bislang fehlte es der Kürtener Feuerwehr „nur“ an Feuerwehrleuten. Seit kurzem fehlen auch Einsatzfahrzeuge: Zwei Löschgruppenfahrzeuge älteren Baujahrs sind wegen starken Rostbefalls an den Aufbauten nicht durch den TÜV gekommen, und eine Reparatur der Mängel ist zu kostspielig. Im August droht das gleiche Schicksal einem dritten der insgesamt neun Löschgruppenfahrzeuge. Von etwa 10 000 Euro Reparaturkosten pro Auto spricht Gemeindebrandmeister Stefan Landwehr, bei einem Fahrzeugwert von 2000 Euro sei dies wirtschaftlich „nicht vertretbar“. Die „Oldies“ aus Dürscheid und Olpe parken derzeit am Gerätehaus in Kürten und schauen einer eher ungewissen Zukunft entgegen. „Die Sache mit dem Rost war für uns nicht vorhersehbar“, sagt Landwehr. „Der Rost ist an den Fahrzeugen auch nicht direkt zu sehen.“ Angesichts der Baujahre 1987, 1990 und 1991 kämen die Mängel letztlich nicht wirklich überraschend. „Aber man hofft ja, die Fahrzeuge noch länger halten zu können.“ Trotz der stillgelegten Teil-Flotte sei Kürtens Wehr einsatzfähig: „Das waren alles nur Zweitfahrzeuge für uns.“
Seit dem Abend des 20. Februar 2013 ist auch Kürtens Politik über den TÜV und den Rost informiert. „Die Situation ist schon schlimm“, schlug Landwehr im Haupt- und Finanzausschuss Alarm. Ralph Wurth, Landwehrs Stellvertreter, bat die Politik, für „schnellstmöglichen Ersatz“ zu sorgen. Für den Ersteinsatz bleibe die Wehr gewappnet, beruhigte auch er.
Um den Wehrleuten zu helfen, schichtet die Verwaltung um: Die für dieses Jahr geplante Anschaffung eines „Löschfahrzeugs LF 20“ (2000 Liter Löschwasser/min) mit Standort in Biesfeld wird laut Kämmerer Willi Hembach zunächst „verschoben“ auf später – vorgesehen ist 2016. Damit hat die Gemeinde die eingeplanten 310 000 Euro frei zur Ersatzbeschaffung des Fuhrparks. Drei Fahrzeuge kleinerer Größe, jedes für 100 000 Euro, könnten gekauft werden, stellte der Kämmerer den Ausweichplan vor. Statt 1600 Liter Löschwasser (wie die Altfahrzeuge) „spucken“ diese nur 800 Liter aus. Für Wehrführer Landwehr kein Manko, sondern eine Idee, die die Schlagkraft der Feuerwehr erhöht: „Diese Modelle haben anders als die bisherigen Fahrzeuge sogar einen Wassertank an Bord.“ Damit könne künftig „effektiver“ auf Gefahren reagiert werden.
