Stmk: 29. Juli 2012 -> Unwetter ohne Ende -> Wieder schwere Schäden
Steiermark: Kein Ende der Unwetter in der Steiermark: Sonntagmittag, 29. Juli 2012, tobten schwere Gewitter im Bezirk Murau. Das Seil der Gondelbahn auf dem Kreischberg sprang von der Stütze, 36 Personen wurden unverletzt gerettet. Auch in anderen Bezirken kämpfte man schon wieder mit Unwettern und deren Folgen.
Nachdem die Steiermark Samstagabend und Samstagnacht von schweren Schäden durch Gewitter und Sturm weitgehend verschont geblieben war, schlug das Wetter gegen Sonntagmittag wieder heftig zu: Im Bezirk Murau tobten schwere Gewitter.
Menschen aus Gondeln gerettet
Auf dem Kreischberg fiel ein Baum so unglücklich, dass er das Seil der Gondelanlage bei der dritten Stütze aus der Führung springen ließ.
36 Personen befanden sich in den Seilbahngondeln, zu Beginn des Einsatzes war die Landeswarnzentrale von bis zu 60 Eingeschlossenen ausgegangen. Die Gondelanlage wurde sofort per Notstopp angehalten. Ein Evakuierungsplan lief an. Vier Hubschrauber – von Innenministerium, Bundesheer und ÖAMTC – wurden angefordert, für die Bergrettung gab es Gebietsalarm.
Helfer mussten eine Stunde warten: Wie es von der Kreischbergbahn hieß, musste man rund eine Stunde zuwarten, bis man mit der Bergung beginnen konnte, zu heftig war das Unwetter. Gegen 14.00 Uhr wurde mit dem Hilfseinsatz begonnen, wenig später griff der Notantrieb der Anlage. Die Gondeln wurden sehr langsam in die Talstation gefahren. Gegen 14.30 Uhr hatten alle Gondelpassagiere wieder sicheren Boden unter den Füßen. Verletzt wurde niemand.
„Mussten Bahn leerfahren“: Es sei nicht vorhersehbar gewesen, dass der Sturm Bäume umknicken würde, sagte der Geschäftsführer der Kreischbergbahn, Karl Schmidhofer: „Der Sturm war nicht so arg. Wir haben ohnehin niemanden mehr einsteigen lassen am Berg und im Tal. Wir mussten aber die Bahn leerfahren. Während dieser Fahrt ist der Baum auf das Seil gestürzt.“
Weitere 300 Personen, die auf der Bergstation waren, konnten mittels Shuttleverkehr ins Tal gebracht werden.
Fotos unten stammen aus dem oberen Murtal
Wieder Murenabgänge
Das mittägliche Unwetter im Bezirk Murau verursachte auch wieder schwere Schäden, es gab zahlreiche Murenabgänge und Vermurungen. Die Murauer Straße (B 97) und die Murtalstraße (B 96) sowie die L502 mussten gesperrt werden. Viele Keller wurden überschwemmt.

Mure schleuderte Auto beinahe in die Mur
Gegen 13.00 Uhr wurden zwei Wienerinnen, 69 und 72 Jahre alt, mit ihrem Auto auf der B97 von einer Mure erfasst und über die Straßenböschung in Richtung Mur geschleudert. Das Fahrzeug blieb etwa einen Meter vor der Mur an einem Baum hängen. Die beiden Frauen konnten sich unverletzt aus dem Fahrzeug retten.
Schladming: Verletzter und Wanderer saßen fest
Akut war Sonntagnachmittag die Situation in Schladming: Dort saß ein Hubschrauber nahe einer Hütte fest, er konnte aufgrund des Wetters nicht mehr starten. Die Bergrettung machte sich zu Fuß auf den Weg, um einen Verletzten und eine Gruppe Wanderer mit Kindern im Gewitter sicher ins Tal zu begleiten.

Feuerwehren neuerlich im Großeinsatz
Sonntagnachmittag zog sich auch über dem Bezirk Deutschlandsberg eine Gewitterzelle zusammen. Starkregen, Hagel und Sturmböen waren die Folge. Die Unwetter zogen dann weiter in Richtung Bad Radkersburg. Zahlreiche Unwettereinsätze gab es auch im Raum Voitsberg, um Knittelfeld und im Bezirk Graz-Umgebung – überflutete Straßen mussten gesperrt werden, Keller wurden ausgepumpt.

St. Lorenzen blieb verschont
Unterdessen wurde aus dem vor einer Woche schwer verwüsteten St. Lorenzen bei Trieben von einer vorsichtigen Entspannung berichtet: Sonntagmittag querte zwar eine Gewitterzelle das Krisengebiet, es gab auch Niederschläge, „aber nicht so viel, dass es nicht verkraftbar gewesen wäre“, so ein Sprecher der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die vor Ort im Trieben eine Außenstelle eingerichtet hat. Laut dem Meteorologen Albert Sudy waren vielleicht zehn oder 15 Millimeter Niederschlag auf den Quadratmeter zu verzeichnen.
Erleichterung
Es habe eine Alarmierung gegeben, die Einsatzkräfte seien kurzfristig abgezogen worden. Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes, zeigte sich erleichtert: Am Sonntag habe man den Räumeinsatz ohnedies zurückgefahren, die verbliebenen rund 150 Bundesheersoldaten würden aber am Montag wieder ergänzt und man könne wieder auf 400 Leute zurückgreifen
Aufbauarbeiten starten
Kommende Woche wird das Bundesheer seine Kräfte darauf konzentrieren, „mit mehr Kettensägen, Baggern und anderem Pioniergerät weiter die anliegenden Gräben von verkeilten Holzstämmenauszuräumen“ sagte Oberst Rudolf Wabnegg, der Einsatzleiter des Militärkommando Steiermark am Sonntag. „So soll das Gefährdungspotential bei weiteren Unwettern reduziert werden.“ Die Soldaten werden sich entlang von zwölf Bachläufen über eine rund 20 Kilometer lange Strecke vorarbeiten müssen. In den nächsten Wochen sollen neun Brücken, die von den Muren zerstört wurden, neu gebaut werden.
Unwettereinsätze Kapfenberg
Am 29.7.2012 zog gegen 14:00 Uhr eine Unwetterfront über den Bezirk Bruck an der Mur. Um 14:23 Uhr wurde die Feuerwehr Kapfenberg – Hafendorf zu Unwettereinsätzen alarmiert. Es galt 4 Einsätze im eigenen Löschbereich abzuwickeln, weiters wurde die Nachbarfeuerwehr bei einer Einsatzadresse unterstützt. Kurz nach 16:00 Uhr konnte die Einsatzbereitschaft wieder an Florian Bruck gemeldet werden.
