Österreich: Rettungsgasse funktioniert immer besser
Österreich: Seit einem halben Jahr ist auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen die Rettungsgasse Pflicht. Laut Experten hat sich dadurch die Überlebenschance für Schwerverletzte fast verdoppelt.
In Slowenien, Tschechien, der Schweiz oder Deutschland ist die Rettungsgasse schon seit 20 Jahren Pflicht; nach sechs Monaten in Österreich zeigt sich vor allem eines: Die Rettungsgasse funktioniert hauptsächlich auf zweispurigen Straßen.
Nachbesserungsbedarf bei drei und vier Spuren
„Wir können zwar nicht sehr zufriedenstellend bilanzieren, aber doch zufriedenstellend – es gibt sicher noch Nachbesserungsbedarf vor allem in drei- bis vierspurigen Bereichen. Was wir allerdings im letzten halben Jahr beobachten konnten, dass in zweispurigen Bereichen eine wirkliche Disziplin erkennbar ist, da liegt die Quote der Rettungsgasse-Bildungen bei 90 Prozent“, sagt Hartwig Hufnagl, Rettungsgassen-Koordinator der Asfinag.
Bei drei- oder vierspurigen Straßen würden Autofahrer so lange im Stau warten, bis ein Einsatzfahrzeug kommt, und erst dann werde die Rettungsgasse gebildet.
Steiermark vorbildlich
Die Disziplin bei der Bildung der Rettungsgasse ist in der Steiermark besonders hervorzuheben, sagt Hufnagl: „Die Steiermark ist sicher eines der vorbildlichsten Bundesländer, hier haben wir eigentlich ausschließlich positive Erfahrungen. Besonders zu erwähnen ist die S6, die Semmering Schnellstraße, da hat es auch Fälle gegeben, wo die Rettungsgasse wirklich einen Mehrwert für die Verkehrssicherheit gebracht hat.“
Asfinag fordert konsequentes Strafen
Probleme gebe es immer öfter mit Autofahrern, die die Rettungsgasse befahren, um sich am Stau vorbeizuschummeln – und das obwohl dieses Vergehen mit knapp 2.200 Euro bestraft wird. Hier fordert die Asfinag ein strengeres Durchgreifen der Exekutive: „Es wäre wichtig, diese Leute zu sanktionieren, die eine Rettungsgasse vorschriftswidrig benutzen oder blockieren“, so Hufnagl. Laut Exekutive wird nun auch tatsächlich gestraft.
Eine Umfrage habe ergeben, dass 97 Prozent aller Autofahrer über die Rettungsgasse informiert sind – dennoch informiert die Asfinag weiter: So werden künftig an Tankstellen und Raststationen Folder vor allem für Verkehrsteilnehmer aus dem Ausland in verschiedenden Sprachen aufgelegt.
