Oö: Feuerwehrleute laden Frust über Landespolitik ab
Gmunden (Oö): Mit einem Eklat endete die diesjährige Bezirkstagung der Feuerwehr im Bad Ischler Kongresshaus. Die Feuerwehrmitglieder sind derzeit schlecht auf die Landespolitik zu sprechen, weil auch bei ihnen massiv gespart werden soll.
Das bekam VP-Bezirksobmann Hannes Peinsteiner aus St. Wolfgang zu spüren, der in Vertretung von VP-Landesrat Max Hiegelsberger zu den Delegierten sprach. Wütende Zwischenrufer störten seine Rede. Ein Teil der Feuerwehrleute verließ demonstrativ den Saal. Heftigen Applaus erhielt dagegen Bezirkskommandant Robert Benda, der kein gutes Haar an der Politik ließ.
„Ich habe zu weit ausgeholt“
VP-Landesrat Peinsteiner hatte um Verständnis für die Sparpolitik gebeten sowie um die Solidarität der Feuerwehren bei den Bemühungen, die öffentlichen Kassen zu sanieren. Dabei warnte er vor Zuständen wie in Mittelmeerländern, in denen jetzt mit aller Härte gespart werden muss. „Ich habe zu weit ausgeholt“, sagt Peinsteiner im Nachhinein. „Wenn ich nur die Grußworte des Landesrates überbracht hätte und mich für die Arbeit der Feuerwehren bedankt hätte, wäre die Aufregung gar nicht entstanden.“ So aber prasselte der angestaute Unmut der Delegierten auf Peinsteiner ein.
Der ranghöchste Feuerwehrmann im Bezirk – Robert Benda – lebt die kritische Haltung gegenüber der Politik seit längerer Zeit vor. „Politiker schmücken sich gerne mit uns, und in ihren Sonntagsreden loben sie uns“, sagt Benda. „Aber von Montag bis Freitag lassen sie uns spüren, dass wir nur lästige Kostenverursacher sind.“
Derzeit wird aus Spargründen ein Herunterfahren der Investitionen diskutiert. Vor allem für den Fuhrpark der Feuerwehren will die Landesregierung in nächster Zeit weniger Geld ausgeben. „Unsere Fahrzeuge sind aber zum Großteil rund 30 Jahre alt“, so Benda. „Je länger wir mit Neuanschaffungen warten, desto teurer wird das Ganze.“ Der Bezirkskommandant befürchtet, dass zwischen den einzelnen Feuerwehren Verteilungskämpfe ausbrechen werden. Und dass es schwieriger wird, Nachwuchs zu rekrutieren. „Die Jugend begeistert sich für moderne Geräte“, so Benda. „Wenn wir die nicht mehr haben, werden viele von ihnen nicht mehr kommen wollen.“
„Null lässt sich nicht kürzen“
Auch Franz Hochdaninger, Pflichtbereichskommandant in Bad Ischl kritisiert die Einsparpläne. „Bei Menschen, die ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen, ist Sparen schwierig“, sagt Danninger. „Bei Personalkosten kann man schon nichts mehr einsparen. Null lässt sich nicht mehr kürzen.“
Wenig Anerkennung für viel Arbeit
Alle zwei Stunden sind im Jahresdurchschnitt die Feuerwehren im Bezirk Gmunden im Einsatz. In Summe gab es im Vorjahr mehr als 4700 Einsätze.
24 Prozent mehr Einsätze gab es bezirksweit im Vorjahr, was vor allem auf die Wespenplage zurückzuführen ist. Aber es gab auch deutlich mehr Brandeinsätze als 2010.
111 Frauen sind bereits aktive Mitglieder der Feuerwehr im Bezirk Gmunden. Insgesamt gibt es zwischen Obertraun und Roitham 4091 Feuerwehrler. Der älteste von ihnen ist 100 Jahre alt. Die Mitgliederzahl steigt seit einigen Jahren.
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