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Oö: Erstmals THL-Tag-Unfallrettung in Oberösterreich (Haag/Hausruck)

Haag am Hausruck (Oö): Personenrettungen nach schweren Verkehrsunfällen beherrschen heute vielfach das Einsatzbild der Feuerwehren. Trainiert wird dies bei recht vielen Feuerwehren, jedoch ist es nicht immer einfach, …

… möglichst praxisnahe Bedingungen zu schaffen. Ebenso ist es im Realfall meist so, dass – schlussendlich läuft die Zeit – hier die erfahrenen Kräfte vorne mit dem Bergegerät arbeiten.

Patientengerechte Rettung
Genau hier setzt die Unfallrettung an. Hierbei handelt es sich im Prinzip um ein Ausbildungstraining mit dem Schwerpunkt der patientengerechten Rettung von Personen aus einem verunfallten Fahrzeug. Schwerpunkte liegen hier auf den optimierten Personaleinsatz sowie einer strukturierten Vorgangsweise beim Einsatz.

Lerneffekt und Erfahrungsaustausch
Ziel ist der gegenseitige Lerneffekt und der Erfahrungsaustausch von Feuerwehren die bei Einsätzen mit dem Schwerpunkt „Technische Hilfeleistung“ nach Verkehrsunfällen gefordert sind. Anhand von Bewertungsbögen können sich die einzelnen Teams dabei vergleichen.

Verschiedene Szenarien
Ein Unfallszenario wird mit zwei Fahrzeugen und weiteren Hindernissen aufgebaut, ein Verletztendarsteller wird im Fahrzeug platziert. Das Fahrzeug kann dabei auf den Rädern stehen, auf der Seite oder am Dach liegen. Fixe Hindernisse wie Elektrokästen oder Bäume oder auch Betonleitwände erschweren die Rettung und dürfen nicht entfernt werden. Nun hat das aus sechs Personen bestehende Team 20 Minuten Zeit, diese Person unter Beachtung der einsatztaktischen Maßnahmen aus dem Unfallfahrzeug zu befreien. Der Gesundheitszustand des Unfallopfers bleibt stabil, wenn der innere Retter die entsprechenden Maßnahmen trifft. Besonderer Wert wird auf eine patientenschonende Rettung gelegt, die Zeit ist nur sekundär. Um auch entsprechende Anforderungen zu stellen, werden die Fahrzeuge zuvor beispielsweise mit Baggern etc. entsprechend deformiert.

Erstmalig in Oberösterreich
Während diese Ausbildungsveranstaltung im Ausland bereits nichts mehr Neues darstellt, fasst die THL-Unfallrettung in Österreich langsam Fuß. Beginnend von der Tiroler Gruppe Zirl folgte dann auch die Freiw. Feuerwehr Haag am Hausruck, weitere folgen nun nach und nach.
Insgesamt 14 Gruppen aus Oberösterreich, Bayern, Niederösterreich und Tirol pilgerten am 22. Oktober 2011 nach Haag, um sich dort zu messen bzw. den interessierten Besuchern diese Ausbildungsvariante schmackhaft zu machen.

Auch Skeptiker überzeugt:
Die Demonstrationen der Teams überzeugten. So schildert einer der Gäste: „Ich hielt ehrlich gesagt nichts davon, dachte mir, es sei halt mal wieder ein Bewerb mehr! In der Praxis jetzt gesehen, ist die Unfallrettung anders zu bewerten: Die Szenarien sind eine echt Herausforderung und alleine die Vorbereitungszeit für ein Event wie dieses bringt den Bedienenden enorme Erfahrungen im Umgang mit den Geräten!“.

Ein weiterer Feuerwehrmann aus einer neuen THL-Unfallrettungsgruppe: „Vor allem die jüngeren Feuerwehrleute sind enorm bei der Sache und sehen sich einer Konfrontation mit einem derartigen Szenario im Realfall weitaus gelassener entgegen, weil man eben mit dem Gerät bereits vertraut ist“.

Links:
Freiw. Feuerwehr Haag am Hausruck
Feuerwehrmagazin „BRENNPUNKT“ (wird in Heft 6/2011 im Dezember mit den Hintergründen etc. berichten)
Fanseite BRENNPUNKT auf Facebook

Video: Hier!

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