Oö: Bundesrettungsübung -> Innpower 2011 im Bezirk Ried im Innkreis
Ried im Innkreis (Oö): Der Bezirk Ried war von 3.-5. Juni 2011 Schauplatz der größten Übung in der Geschichte des OÖ Roten Kreuzes. Ingesamt über 2.000 Einsatzkräfte stellten sich den vom Roten Kreuz vorbereiteten Einsatzszenarien.
Hilfskräfte des Roten Kreuzes aus allen Bundesländern Österreichs sowie Hilfseinheiten aus Bayern und Polen, Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, der Sondereinheit Cobra, Wasserrettung, Bundesheer, Spezialisten der Energie AG und ÖBB sowie der Bezirkshauptmannschaft und dem Land OÖ übten die Zusammenarbeit und Kooperation für den Ernstfall. Anspruchsvolle Szenarien wie Massenkarambolage auf der A8, Fabriksbrand in einer Brauerei, Flugzeugabsturz, Banküberfall mit Geiselnahme, Zugentgleisung, Chemieunfall, Staubexplosion, Massenpanik,… stellten alle eingesetzten Einsatzkräfte vor eine große Herausforderung.
Die Freiwillige Feuerwehr Ried war bei folgenden drei Übungen beteiligt:
• Fabriksbrand Brauerei Ried
Aufgrund von Umbau- und Schweißarbeiten brach im Sudhaus der Brauerei Ried ein Brand aus. Durch unmittelbar in der Nähe gelagerte Holzpaletten konnte sich der Brand rasend schnell ausbreiten. Durch die starke Rauchentwicklung beim Eintreffen der Einsatzkräfte war ein Vorgehen nur unter schwerem Atemschutz möglich. 21 verletzte Personen konnten durch zwei eingesetzte Atemschutztrupps innerhalb kurzer Zeit dem Roten Kreuz übergeben werden. Drei Mitarbeiter verletzten sich beim Sprung auf ein angrenzendes Hallendach, und mussten nach Stabilisation durch einen Notarzt mit der Drehleiter gerettet werden.
Uhrzeit der Übung: Fr. 3. Juni um 23:00 Uhr und Sa. 4. Juni um 09:00 Uhr
Fahrzeuge: KDO 2, KSF, Tank 1, Tank 3, Leiter, ASF
Einsatzleiter: BI Horvath Tibor
Mannschaftsstärke: 24

• Chemieunfall Fa. FACC
Beim Umlagern einiger Paletten im Gefahrgutlager der Fa. FACC stürzte ein Behälter mit ätzender Flüssigkeit um. Innerhalb weniger Minuten waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Da am Anfang noch unbekannt war, um welchen Gefahrstoff es sich handelt, bzw. wie viele Mitarbeiter verletzt sind wurde unverzüglich ein Atemschutztrupp zur Erkundung geschickt. Zeitgleich wurde der betroffene Bereich großräumig abgesperrt. Gemeinsam mit dem Einsatzleiter des Roten Kreuzes wurde die weitere Vorgehensweise besprochen. Nach kurzer Zeit war bekannt, dass es sich um Salpetersäure und Aceton handelte. Weiters wurden insgesamt 25 Personen in der betroffenen Halle vorgefunden. Da ein Großteil der Mitarbeiter mit der Säure kontaminiert wurde, mussten die Verletzten von der Feuerwehr Ried und dem GSF-Stützpunkt St. Marienkirchen/Schärding mit Schutzanzügen gerettet und dekontaminiert werden, ehe sie dem Roten Kreuz übergeben werden konnten.
Uhrzeit der Übung: Fr. 3. Juni um 19:00 Uhr und Sa. 4. Juni um 06:00 Uhr
Fahrzeuge: FF Ried: KDO 2, Tank 3, ASF, ÖL, Last 1, Last 2, WLA 2; FF St. Marienkirchen/Schärding: GSF, KLF
Einsatzleiter: HBM Schmidbauer Florian
Mannschaftsstärke: FF Ried: 20; FF St. Marienkirchen/Schärding: 12

• Staubexplosion Bauchinger Silo
Aus bisher unbekannter Ursache kam es zu einer Staubexplosion in der Siloanlage der Fa. Bauchinger. Aufgrund der Höhe des betroffenen Objektes (ca. 50m) sowie der Meldung, dass sich einige der Verletzten Personen am Dach des Gebäudes befanden, wurde die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Ried mitalarmiert. Nach ausreichender Belüftung des Gebäudes, konnten die Einsatzkräfte die Anlage betreten. Die zum Teil schwer verletzten Personen wurden in Zusammenarbeit von Dr. Novak und dem Roten Kreuz erstversorgt und stabilisiert. Circa 20 verletzte Personen wurden von der Höhenrettungsgruppe durch das Stiegenhaus aus rund 15m gerettet und dem Roten Kreuz zur weiteren Versorgung übergeben. Einige Höhenretter bereiteten inzwischen den Abtransport der am Dach des Silos liegenden, schwer verletzten Techniker vor. Durch eine aufgebaute Seilbahn konnten die Patienten schonend zu Boden transportiert, sowie den anwesenden Sanitätern übergeben werden. Als spektakulärer Höhepunkt erwies sich am zweiten Übungstag die Rettung der verletzten Personen vom Dach des Silos mit einem Hubschrauber des Innenministeriums. Die als Tau-Bergung durchgeführte Personenrettung war auch für die Höhenrettungsgruppe eine besondere Herausforderung.
Uhrzeit der Übung: Fr. 3. Juni um 18:45 Uhr und Sa. 4. Juni um 15:00 Uhr
Fahrzeuge: KDO 4, KSF+HR-A, Tank 1, Leiter
Einsatzleiter: BI Penco Walter
Mannschaftsstärke: 15
Bei allen durchgeführten Übungen konnte die sehr gute und problemlose Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen unter Beweis gestellt werden. Ein herzlicher Dank gilt dem Roten Kreuz für die Einladung zur Teilnahme an dieser hervorragend organisierten Bundesübung.
