Deutschland: Decke des Feuerwehrhauses stürzte in die Halle
Neuenmarkt (Deutschland): Die Feuerwehrleute in Neuenmarkt (Landkreis Kulmbach) arbeiteten am Wochenende des 21./22. Mai 2011 gerade in und an ihrem Gerätehaus, als es krachte und die Decke herunterkam.
„Ich hatte gerade an unserem Rüstwagen Arbeiten verrichtet, als ich merkte, es kracht überall in der Halle. Ich dachte zuerst, dass ein Tier am Dachoden wäre, doch im nächsten Augen-blick rief Sebastian Warzecha: Raus, die Decke kommt!“ So schilderte Feuerwehrmann Detlef Heller seine Eindrücke unmittelbar vor dem Einsturz der Decke in der Fahrzeughalle des Neuenmarkter Feuerwehrgerätehauses. Der Bau- und Fahrzeugschaden, der mit der herabstürzenden Decke entstand ist enorm und wie Bürgermeister Siegfried Decker bei einem Pressegespräch erklärte, sind derzeit die Bausachverständigen dabei, nicht nur die Schadensursache, sondern auch die Schadenssumme zu ermitteln: „Wir haben einen Gebäudeschaden an der Innendecke unserer Fahrzeughalle und haben auch einen Fahrzeugschaden. Über deren Höhe und Umfang kann ich aber derzeit noch nichts sagen. Wir haben es den Versicherungen gemeldet und es werden die Bau- und Kfz.-Sachverständigen kommen und zur Unfallursache und zur Schadenshöhe ermitteln, um auch die Haftungsfrage zu klären, denn wir wollen ja wieder an die Kosten rankommen, die uns entstehen.“ Eines kann man aber schon jetzt sagen: Die Schadenssumme wird sich mindestens im fünfstelligen Bereich bewegen.
Die erste Inaugenscheinnahme machte auch deutlich, dass die Decke zum Teil auf zwei Feuerwehr-Fahrzeugen lag, die auch zum Teil in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zwei weitere Fahrzeuge hatte man kurz zuvor im Hinblick auf die Übung aus der Fahrzeughalle gefahren. Bürgermeister Decker: „Ich denke, man muss zunächst einmal feststellen, dass glücklicherweise niemand verletzt wurde. Wir haben natürlich einen Sachschaden, denn die Decke fiel komplett herunter, sie muss erneuert werden. Die Fahrzeuge, die in der Halle standen und auf die sich die Decke mit ihrer gesamten Last drauf gestützt hat, sind im Prinzip beschädigt.“ Beim Tanklöschfahrzeug wurde auf jeden Fall die Leiter beschädigt, doch welch weiterer Schaden an den beiden Fahrzeugen ist, das wird ein Kfz.-Sachverständiger gesondert feststellen müssen. Besonders bitter für die Wehr: Der aus Vereinsmitteln angeschaffte Rüstwagen wurde noch wenige Tage vorher gespritzt. Zur Schadensursache sagte Bürgermeister Decker: „Man kann nur soviel feststellen, es handelt sich um die Decke, die seit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses im Jahr 1970 unverändert blieb. Beim An- und Umbau sowie bei der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses hat an dieser Decke handwerklich nichts stattgefunden, es wurde also nichts verändert.“
Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Neuenmarkt ist nach Worten von Bürgermeister Siegfried Decker derzeit eingeschränkt: „Wenn ein Ernstfall wäre, dann werden wir von unseren Ortswehren unterstützt und den Wehren aus der Umgebung.“ Das erklärte Ziel ist es, so Decker, den Schaden beim Feuerwehrgerätehaus so schnell wie möglich zu beheben, das heißt, die Decke wieder einzuziehen, damit die Halle wieder genutzt werden kann und der Feuerschutz im vollen Umfang wieder uneingeschränkt hergestellt werden kann. Bürgermeister Decker: „Wir haben ja auch das Angerfest und im Herbst den Kreisleistungsmarsch der Feuerwehrjugend in Neuenmarkt vor der Tür stehen und das wollen wir auch plangemäß und termingerecht durchführen. Ich möchte jetzt schon den Feuerwehrleuten ein Lob aussprechen für das ruhige und besonnene Verhalten beim Unfallhergang und auch kurz danach sowie bei den Aufräumungsarbeiten.“
