Wien: Brandschutz in Kraftwerken mangelhaft
Wien: Das Kontrollamt (KA) hat in drei Kraftwerken der Wiener Stadtwerke Mängel beim Brandschutz festgestellt.
Ein Probealarm im Kraftwerk Simmering verlief so chaotisch, dass die Übung sogar abgebrochen werden musste.
Übungen „generell nicht durchgeführt“: Dem Kontrollamt wurde vom Brandschutzbeauftragten (BSB) mitgeteilt, dass „Brandalarm- und Räumungsübungen“ in den Kraftwerken Simmering, Donaustadt und Leopoldau „generell nicht durchgeführt werden“.
Neben dem Brandschutzbeauftragten für die drei Standorte gab es auch einen Stellvertreter, doch war dieser von Mai 2010 bis zumindest November 2010 (Ende der Prüfung durch KA) krankheitsbedingt nicht verfügbar.
Kontrollpläne – die festlegen sollen, wer, was, wie oft und nach welchen Kriterien kontrollieren muss – wurden laut dem Bericht für keines der drei Kraftwerke geführt. Das Kontrollamt kritisierte zudem, dass dadurch einige Anlagen „nicht durch akkreditierte Überwachungsstellen in periodischen Abständen überprüft“ wurden und ortete „einen Sicherheitsmangel“.
Probefeueralarm abgebrochen: Auch die Ausstattung der Kraftwerke Simmering und Donaustadt mit Brandschutzeinrichtungen ließ laut Kontrollamt „über weite Bereiche Verbesserungspotenziale erkennen“.
Im Kraftwerk Simmering stellte die Magistratsabteilung 68 etwa fest, dass „die Betriebsfeuerwehr über keine ausreichende Führungsstruktur verfügte“. So musste etwa ein auf Empfehlung des Kontrollamts durchgeführter Probealarm im September 2010 zum „Schutz der zunehmend hektisch agierenden Betriebslöschtruppe abgebrochen werden“.
Im Kraftwerk Donaustadt wurde die „Reduzierung der Mindesteinsatzstärke der Betriebsfeuerwehr von den behördlich vorgeschriebenen sechs Angehörigen auf vier Angehörige eigenmächtig vollzogen“.
Wien Energie kündigte Verbesserungen an: Bei Wien Energie kündigte man an, „geeignete Schritte zur Verbesserung des betrieblichen Brandschutzes zu setzen und Maßnahmen in den Kraftwerken Simmering und Donaustadt zu ergreifen, um dort bis zum Jahr 2013 den Sicherheitsstandard des Kraftwerkes Leopoldau zu erreichen“.
Dass die Übung in Simmering „nicht zufriedenstellend verlaufen ist, ist evident“, hieß es. In den Monaten November 2010 bis Februar 2011 wurden im Kraftwerk aber „13 Übungen durchgeführt, die sehr gut abgelaufen sind“.
ÖVP-Gemeindrat und Vorsitzender des Kontrollausschusses, Matthias Tschirf, meinte: „Man kann eigentlich nur von einem Wunder sprechen, dass ich den vergangenen Jahren keine Katastrophe passiert ist.“
