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D: Großbrand in Apolda erfasst 6 Fachwerkhäuser!

Apolda (Deutschland): Bei einem Großbrand in der Innenstadt von Apolda in Thüringen sind in der Nacht zum Mittwoch, 17. Februar 2010, sechs Fachwerkhäuser in Flammen aufgegangen.

Das Feuer brach in einem leerstehenden Gebäude aus und griff schnell auf fünf benachbarte Wohnhäuser über, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur DAPD sagte.

Ein schmaler Durchgang zwischen den Häusern habe wie ein Kamin gewirkt und das Feuer sich rasend schnell ausbreiten lassen. Soweit bisher bekannt konnten sich alle 16 Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen, wie die Polizei betonte. Ein Mensch habe eine leichte Rauchvergiftung erlitten. Gegen 09.00 Uhr hatten die neun angerückten Feuerwehren den Großbrand in den teilweise aus Lehmziegeln errichteten Häusern unter Kontrolle. Da es aber noch Brandnester gab, konnten die Brandsachverständigen zunächst nicht in die Gebäude. «Wir wissen nur, dass das Feuer in einem leeren Haus ausgebrochen ist – die Ursache ist noch unklar», sagte der Polizeisprecher. Die Bewohner waren am Morgen in Notunterkünften – darunter in einer Pizzeria – untergebracht.

Vorangehender Bericht:
Dichter Rauch stieg am Mittwoch, 17.2.2010, aus dem abgebrannten Dachstuhl eines leer stehenden Hauses auf, Brandgeruch durchzog die weiträumig abgesperrte Apoldaer Innenstadt. «Hier stinkt´s genauso wie da oben», sagte ein Feuerwehrmann zu seinem Kollegen und begab sich wieder zu seinem Kran, um die letzten Brandherde von oben aus zu bekämpfen. Noch am Mittag mussten die Einsatzkräfte gegen das Feuer kämpfen, das in der Nacht in insgesamt sechs Gebäuden einen Millionenschaden verursacht hat.

Der Brand war nach ersten Erkenntnissen in einem leer stehenden Haus ausgebrochen, die Ursache ist laut Polizei noch unklar. Gegen 3.00 Uhr hatte ein Zeitungsbote die Feuerwehr alarmiert. Ein 51-Jähriger erlitt eine Rauchvergiftung, konnte aber das Krankenhaus bis zum Mittag wieder verlassen. Elf Personen mussten aus den brennenden Häusern evakuiert werden und kamen vorübergehend bei Bekannten oder Verwandten unter. Weitere 18 Personen aus den benachbarten Häusern mussten ihre Wohnungen zeitweilig räumen.

Trotz schwieriger Bedingungen mit Temperaturen von bis zu minus 13 Grad Celsius gelang es der Feuerwehr laut Einsatzleiter Ingo Knobbe, den Brand gegen 5.30 Uhr unter Kontrolle zu haben. «Wegen der engen Bebauung der Häuser konnte sich das Feuer schnell ausbreiten», sagt Knobbe. Um die Lage in den Griff zu bekommen, bekamen die Freiwilligen der Apoldaer Feuerwehr unter anderem Verstärkung aus Weimar, Bad Berka und Bad Sulza.

Durch das Zentrum der Stadt schlängelten sich noch einige Stunden nach Ausbruch des Feuers dicke weiße Wasserschläuche, rund um den Brandort standen Dutzende Feuerwehr- und Polizeiwagen. Passanten beobachteten die Kräne, von denen die Feuerwehr aus löschte. «So einen großen Brand erlebt man nicht alle Tage. Das Feuer hat in den Häusern ein großes Chaos angerichtet», sagte ein Feuerwehrmann.

Apoldas Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (FWW) zeigte sich betroffen. «Das war eine tragische Nacht für Apolda – ein Teil der historischen Innenstadt ist in Flammen aufgegangen», sagte er. Thüringens Innenminister Peter Huber (CDU) sprach vor Ort von einem «herben Einschnitt» für die mittelthüringische Stadt.

«Die meisten Häuser sind demnächst wieder bewohnbar – bei den am schwersten betroffenen Gebäuden ist das aber unsicher», sagte Einsatzleiter Knobbe. Das leer stehende Haus sei einsturzgefährdet, ein benachbartes ehemaliges Gasthaus möglicherweise ebenso. Ein Löschzug sollte noch mindestens bis in die Nacht zu Donnerstag am Brandort bleiben, um mögliche Glutnester sofort löschen zu können.

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