Übungen

Oö: 11 Feuerwehren und Rotes Kreuz übten für den Ernstfall in Asten

Asten (Oö): Samstag, 18. Oktober 2008, 14.00 Uhr – Im Zuge des Einblasens von Mehlstaub kam es – als Übungsannahme für die heurige Ab-schnittsübung des Feuerwehrabschnittes Enns, Bezirk …

… Linz-Land – bei der Firma Backaldrin aus unbekannter Ursache zu einer Staubexplosion im Siloraum und in der Folge zu einem ausgedehnten Brand auf dem Dach der Halle 3.1.

Aufgrund des eingegangenen Brandmelderalarms und des Notrufes über 122 wurden vorerst die Feuerwehren der Alarmstufe 1 der Marktgemeinde Asten (Asten und Raffelstetten) zu einer Explosion mit Brand alarmiert, die Feuerwehren der Alarmstufen 2 (Enns, Markt St. Florian, Bruck-Hausleiten und Kronstorf) und jene der Alarmstufe 3 (Hargelsberg, Niederneukirchen, Rohrbach und Hofkirchen) sowie das Rote Kreuz Enns und die Polizei Enns wurden aufgrund der Größe des Schadensereignisses bereits kurze Zeit nachalarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte vor Ort war an der Ostseite des Firmengebäudes bereits starke Rauchentwicklung sichtbar, 4 Personen wurden im Siloraum sowie 3 auf dem Dach der Nebenhalle vermisst. Der LKW Fahrer lag verletzt unter seinem LKW und ein wei-terer Arbeiter wurde unter Paletten begraben. Während des Einsatzes ereignete sich noch ein Verkehrsunfall auf dem Firmengelände, bei dem 2 Fahrzeuge übereinander zu liegen kamen. 3 Personen waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und mussten mit hydraulischem Rettungsgerät geborgen werden.

135 Feuerwehrmänner und –frauen, sowie 8 Mitarbeiter(innen) des Roten Kreuzes und 2 Polizisten bewältigten den Einsatz binnen 1,5 Stunden, bevor der Kommandant der FF Asten, HBI Helmut Gumpesberger als Übungseinsatzleiter um 15.30 Uhr Einsatzende durchgeben konnte. Die Brandbekämpfung wurde einerseits durch einen Außenangriff über 6 Strahlrohre und einen Wasserwerfer über die Drehleiter der FF Enns und über 1 Strahlrohr in Form eines Innenangriffs vorgenommen. Die vermissten Personen im Inneren der Halle wurden unter schwierigsten Bedingungen und schwerem Atemschutz über mehrere Stockwerke und enge Stiegen hinweg, jene auf dem Hallendach mit der Drehleiter der FF St. Florian gerettet. Das Rote Kreuz Enns übernahm die Verletzten außerhalb des Gefahrenbereiches und führte in einem eigens aufgestellten Zelt die Erstversorgung vor Ort durch, bevor diese dann mit den Rettungsfahrzeugen ins nächstgelegene Krankenhaus abtransportiert wurden. Die für die Löscharbeiten erforderliche Wasserversorgung erfolgte einerseits über einen vor dem Firmengelände befindlichen Hydranten und andererseits aus dem nahe gelegenen Ipfbach, wobei 6 Tragkraftspritzen eingesetzt wurden und diese in 3 so genannten Relaisschaltungen teilweise hintereinander geschaltet wurden.

Das Übungsziel, die erfolgreiche Zusammenarbeit der umliegenden Feuerwehren anhand eines realistischen Einsatzes zu üben, wurde bestens erfüllt. „Als zuständige Feuerwehr Asten haben wir seit eh und jäh sehr gute Kontakte zur Firmenleitung“, sagt Kommandant Helmut Gumpesberger in seinem abschießenden Statement nach der Übungsbesprechung, „und selbstverständlich ist uns der vorbeugende Brandschutz im Firmengelände ein besonderes Anliegen.“ Die Firma Backaldrin verfügt z.B. über eine automatische Brandmeldeanlage und im erst heuer eröffneten nahezu 50 m hohen Hochregallager wurde sogar eine Sauerstoff – Reduktionsanlage installiert, was eine Brandentstehung in diesem schwer zugänglichen Bereich von vorne herein verhindern soll. „Für den Einsatzfall ist es von großem Vorteil, wenn Einsatzkräfte die Betriebsanlage bereits kennen und den Ernstfall geübt haben und sich da-her rein auf die konkreten Gefahren des jeweiligen Einsatzes konzentrieren können“, ergänzt Kommandant Gumpesberger, „und genau das haben wir mit dieser Großübung heute er-reicht.“

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