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Ktn: Asylwerberheim in Flammen -> Menschen sprangen aus Fenster, 1 Toter

Klagenfurt (Ktn): Donnerstagfrüh, 12. Juni 2008, hat es in einem Asylwerberheim in Klagenfurt gebrannt, in dem vor allem Asylwerber afrikanischer Herkunft untergebracht sind. Ein Mann kam ums Leben, als er aus dem Fenster sprang. 19 Menschen wurden verletzt.

Aus den Fenstern gesprungen: Gegen 7.00 Uhr loderten in dem zweistöckigen Gebäude im Süden Klagenfurts plötzlich Flammen. Die meisten der etwa 50 dort wohnenden Asylwerber gerieten in Panik, einige sprangen aus dem ersten und zweiten Stock auf den asphaltierten Gehsteig. Ein Asylwerber aus Ghana erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen, denen er wenig später im Krankenhaus erlag. Drei weitere Menschen wurden mit Knochenbrüchen ins Spital gebracht, 16 mussten wegen Rauchgasvergiftungen oder Verstauchungen behandelt werden.

In Panik geraten: Romana Kolitsch wurde für die panischen Menschen in dem brennenden Heim zur Helferin in der Not. Die junge Frau war auf dem Weg zur Arbeit, als sie Rauch aus den Fenstern des Hauses quellen sah. Die Feuerwehr war noch nicht an Ort und Stelle. Sie lief sofort hin und versuchte zu helfen. Die Ersten, die aus dem ersten und zweiten Stock in die Tiefe sprangen, waren schwer verletzt, schilderte Kolitsch dem ORF. „Ich habe dann versucht, mit einem Schraubenzieher die Gitter der Fenster unten zu lösen, später habe ich dann Decken verteilt.“ Sie appellierte an alle, in einem solchen Fall zu helfen, denn es gehe um Menschen.

Nicht mit so schneller Hilfe gerechnet: Jene Asylwerber, die glimpflich davongekommen waren, wurden in einem anderen Heim in Klagenfurt untergebracht. Sie begründeten die Panikreaktionen ihrer aus den Fenstern gesprungenen Landsleute damit, dass sie niemals damit gerechnet hätten, dass so schnell Hilfe eintreffen würde. Die Erfahrungen aus ihrer Heimat haben die Menschen gelehrt, bei Feuer sofort die Flucht zu ergreifen, ein Feuerwehrwesen wie hierzulande gebe es dort nämlich nicht

Sachverständige untersuchen Brandort: Die Einsatzkräfte waren wegen der Fußball-EM in erhöhter Alarmbereitschaft, die Rettungskette funktionierte rasch und präzise. Rettungskommandant Georg Tazoll: „Wir haben mehr Notärzte griffbereit gehabt, als im Normalfall üblich. Wir sind da mit 20 Rettungssanitätern und vier Notärzten im Einsatz.“
Die Brandursache ist noch völlig unklar. Die Polizei verwies darauf, dass Brandsachverständige des Bundeskriminalamts am Nachmittag erwartet werden. Brandstiftung kann noch nicht ausgeschlossen werden, es deutet aber auch nichts dezidiert darauf hin. Das Feuer brach neben der Eingangstür in einer Nische aus.

Update per 13. Juni:

Brand im Asylheim durch Zigarette ausgelöst
Nach dem Brand in einem Heim für Asylwerber in Klagenfurt, bei dem ein Mann ums Leben kam, hat die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen fast abgeschlossen. Brandstiftung kann ausgeschlossen werden. Ermittlungen der Kriminaltechnik und des Bundeskriminalamtes haben ergeben, dass der Brand ist im Erdgeschoß ausgebrochen ist.
„Die kriminalpolizeiliche Untersuchung hat ergeben, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Fremdverschulden vorliegt“, erklärte Hermann Klammer vom Landeskriminalamt. „Nach Untersuchung des Brandschuttes konnten wir im Müll fünf Zigarettenstummel sicherstellen, im dort entgegen der Hausordnung abgelegten Müll. Dazu wurden keine Spuren von Brandbeschleuniger festgestellt.“ Die Suche erfolgte auch mit speziell ausgebildeteten Hunden, die Brandbeschleuniger sehr gut wittern können.

ORF Kärnten

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