Brand

Wien: Todesopfer & Alarmstufe II bei Wohnungsbrand – 50 Einheiten zerstört

Wien: Alarmstufe II löste die Wiener Berufsfeuerwehr bei einem Wohnungsvollbrand am 20. Jänner 2008 in der Putzendoplergasse im 23. Bezirk aus. Aus bisher unbekannter Ursache war gegen 02.20 Uhr in einer Wohnung…

… ein Wohnungsvollbrand entstanden. Die Wohnungsbesitzerin konnte sich bei Ankunft der ersten Löschgruppe selbstständig in Sicherheit bringen. Das Rüstlöschfahrzeug Altmannsdorf nahm eine Löschleitung im Innenangriff Anschluss-Trockensteigleitung unter Atemschutz vor, um mit der Brandbekämpfung zu beginnen und Rettungsmaßnahmen für den noch in der Wohnung befindlichen Wohnungsbesitzer durchzuführen.

Durch die hohe Brandintensität und der dadurch entstandenen Rauchentwicklung war ein Vorgehen zu Beginn im Innenangriff bis zu der Brandwohnung nicht möglich. Gleichzeitig wurde ein Rohr im Außenangriff vorgenommen. Von den Ergänzungskräften der ersten Löschbereitschaft Liesing wurde in weiterer Folge über die Drehleiter ein Rohr im Außenangriff vorgenommen. Eine weiterere Löschgruppe wurde unter Atemschutz im Innenangriff vorgeschickt und das Stiegenhaus nach Betätigen der natürlichen Brandrauchentlüftung mittels Hochleistungslüfter druckbelüftet.

Nachdem die Außenangriffe über die Drehleiter erfolgreiche Löschwirkungen zeigte, konnte das Rohr im Innenangriff zu der Brandwohnung vorgetragen werden und der Wohnungsbrand konnte im umfassenden Angriff bekämpft werden. Von der zweiten Löschbereitschaft wurde der Gashaupthahn der Stiege abgesperrt, die beiden angrenzenden Stiegen sowie die über der Brandwohnung befindlichen und angrenzenden Wohnungen auf Verrauchung kontrolliert. Für die Unterstützung der Brandrauchentlüftung war notwendig, die Fixverglasung des Stiegenhauses in mehreren Geschoßen einzuschlagen.

Am Gang vor dem Eingangsbereich der Brandwohnung wurde eine Person leblos aufgefunden. (Anmerkung der Redaktion: Der Mann kam laut Medien dabei zu Tode). Im Zuge dieser Tätigkeit wurden mehrere Personen mittels Fluchtfiltermasken gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Durch die hohe Brandintensität in der Brandwohnung war an mehreren Stellen an der Decke Verputz abgeplatzt, mehrere Stromleitungen im Gangbereich 7. und 8. Obergeschoß freiliegend und verschiedene Heizkörper der Fernwärme geborsten.

Von dem anwesenden Permanenzingenieur wurde festgestellt, dass die Abplatzungen des Putzes nur oberflächlich seien. Weitere Maßnahmen müssen vorerst nicht getroffen werden, allerdings ist das 7. und 8. Obergeschoß bis auf weiteres gesperrt. Eine eingehende Beurteilung erfolgt durch einen verständigten Statiker. Aufgrund der defekten Stromleitungen sowie der großen Mengen an Löschwasser war es erforderlich, die Ctromzufuhr für die Stockwerke 4 – 8 abzuschalten. Die betroffenen Wohnungen wurden von der Feuerwehr begangen und den Wohnungsbesitzern, in Zusammenarbeit mit der Magistratsdirektion Kriesenmenagement U. Sofortmaßnahmen Ersatzwohnungen – laut unten angeführter Liste – angeboten. Teilweise wurden diese in Anspruch genommen.

Für die defekte Heizleitung der Fernwärme wurde der entsprechende Stortrupp verständigt und von diesem weitere Maßnahmen gesetzt. Störtrupp der Gaswerke vom Permanenzingenieur verständigt.
Einsatzzeit: 02.23 Uhr bis 08.14 Uhr.

Kellerbrand im Elfingerweg: Ein weiterer Brand – in diesem Fall in einem Keller im Elfingerweg (22. Bezirk) – beschäftigte die Feuerwehr von 23.29 Uhr des 19.1.2008 bis um 01.32 Uhr. Vermutlich infolge eines elektrischen Defektes war es im Bereich des Türstockes, welcher den Stiegenabgang zum Keller begrenzte, zu einem Brand gekommen. Der Brand wurde vom Universallöschfahrzeug/Floridsdorf unter Atemschutz mit einem Rohr Tankwasser des Bergelöschfahrzeug/Süßenbrunn gelöscht.

Vom Atemschutztrupp/Süßenbrunn wurden die Räumlichkeiten belüftet. Die Lüftungsmaßnahmen wurden mittels dem Hochleistungslüfter der Drehleiter/FloridsdorF unterstützt. Nachlöscharbeiten, Ausräumarbeiten sowie Kontrollen mittels Wärmebildkamera im erforderlichem Ausmaß durchgeführt. E-Sicherungen wurden abgehoben und die geborstenen Scheiben mittels Folienplane (ca. 3m x 3m) provisorisch verschlossen, keine weitere Gefährdung feststellbar. Eine Nachuntersuchung durch das Bergelöschfahrzeug/Sußenbrunn wurde für 04:OO Uhr angesetzt.

Berufsfeuerwehr Wien

ORF-Infoupdate per 21.1.2008:

Schaden weit höher als angenommen:
Weitaus größer als bisher angenommen ist der Sachschaden, den der Brand angerichtet hat, bei dem in der Nacht auf Sonntag in Wien-Liesing ein Mann ums Leben gekommen ist. Er starb bei dem Versuch, seinen Hund aus den Flammen zu retten.

50 Wohnungen wurden zerstört: Nicht weniger als 50 Wohnungen sind in dem Gemeindebau in der Putzendoplergasse in Wien-Liesing beschädigt worden. Allerdings nicht durch das Feuer oder den Rauch, sondern durch das Löschwasser. Laut Wiener Wohnen sind einige davon schwer beschädigt worden. Zahlreiche Mieter könnten vorläufig nicht in ihre Wohnungen zurückkehren, hieß es am Montag, 21. Jänner.

Pensionist drehte um: Bei dem Feuer war ein Mann ums Leben gekommen. „Das Ehepaar war schon auf der Flucht. Sie kamen auch gemeinsam bis zur Wohnungseingangstür. Der Mann drehte jedoch um, da er seinen Hund retten wollte. Er schaffte es aber in der Folge nicht mehr aus der Wohnung“, berichtete Armin Ortner von der Wiener Polizei. Für den 70-jährigen Mann kam schließlich jede Hilfe zu spät. Der Pensionist starb bei dem Versuch seinen Hund zu retten. Seine Frau sowie zwei Nachbarinnen wurden mit Rauchgasvergiftungen in das Krankenhaus eingeliefert.

Kühlgerät löste Brand aus: Entgegen ersten Annahmen waren nicht in der Wohnung gelagerte Benzinkanister die Ursache für den Brand. Vielmehr dürfte ein Tiefkühlgerät auf der verbauten Loggia Auslöser gewesen sein, hieß es von Seiten der Brandsachverständigen. „Das Gerät war älteren Baujahrs. An Thermostaten oder Pumpen können Defekte auftreten, die zur Erhitzung des Gerätes führen und in der Folge auch zum Brand“, so Ortner.

Feuer breitete sich „rasend schnell“ aus: Der Brand war gegen 2.30 Uhr in der Wohnung im siebenten Stock ausgebrochen. „Durch Luftzug zusammen mit den Windböen breitete sich das Feuer rasend schnell aus“, so der Kriminalist. Bei den Löscharbeiten waren rund 60 Feuerwehrmänner im Einsatz. 20 bis 30 Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

ORF Wien

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