Oö: Feuerwehrmann-Mangel in Steyregg
Steyregg (Oö): Noch nie waren in Oberösterreich so viele Leute bei der Feuerwehr wie jetzt. Trotzdem: Die Stadt Steyregg leidet unter zu wenigen Mitgliedern. Vor allem untertags, wenn Feuerwehrler in die Arbeit nach Linz pendeln.
Das Problem könnte zum Teil aber auch hausgemacht sein: So hat der jetzt zurückgetretene Feuerwehrkommandant in einem militärisch anmutenden Brief seine Kollegen richtiggehend ins Zeughaus zitiert.
Drohung an Mitglieder: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die seit längerem ihren Dienst nicht erfüllt haben, wurden in dem Schreiben zu einer Aussprache ins Zeughaus geladen. Wortwörtlich heißt es in dem Brief: „Bei unentschuldigtem Fernbleiben behalten wir uns disziplinäre Maßnahmen vor“. Diese Drohung hat wohl einige der freiwillig Engagierten vor den Kopf gestoßen.
34 aktive Mitglieder: Derzeit zählt die Feuerwehr Steyregg nach eigenen Angaben nur 34 aktive Mitglieder. Ab und zu hat schon die Sirene zwei Mal läuten müssen, erzählt ein Bewohner. Und die benachbarte Feuerwehr Lachstatt ist eingesprungen, wenn die Steyregger nicht genug Mann für einen Einsatz aufstellen konnten, sagt auch der Bürgermeister.
Feuerwehr Lachstatt muss einspringen: Landesfeuerwehrkommandant Johann Huber sieht Steyregg eher als einen Einzelfall. In ganz Oberösterreich sind derzeit so viele Leute bei der Feuerwehr wie nie zu vor. In Steyregg wollen sich Bürgermeister und Feuerwehrkommando am Dienstag zu einer Besprechung treffen. Der Kommandant ist vorige Woche zurückgetreten. Wie es heißt, unter anderem aufgrund der Personalsorgen.
Aussendung der Oö. Landesregierung:
Um Tagesbereitschaft bei Einsätzen zu sichern: Feuerwehrbonus im Gemeindedienst
Oberösterreichs Feuerwehr-Landesrat Josef Stockinger schlägt zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren unter Tags eine stärkere Berücksichtigung junger Feuerwehrleute bei der Aufnahme in den Gemeindedienst vor. „Gerade in Auspendlerregionen und bei Feuerwehren ohne bäuerliches Rückgrad bei der Aktivmannschaft kommt es bei Einsätzen während des Tages vereinzelt bereits zu Problemen bei der Ausrückung. Um dem entgegen zu arbeiten, sollte künftig im Rahmen der Objektivierung bei der Aufnahme in den Gemeindedienst die aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr ein besonderes Aufnahmekriterium werden. Mitarbeiter des Bauhofs und der Gemeindeverwaltung könnten dann im Alarmierungsfall rasch zur Verfügung stehen und helfen. Es liegt also auch in der Hand der Gemeindeverantwortlichen bei Personalaufnahmen rechtzeitig die Weichen zu stellen und für eine künftige Tagesbereitschaft der Feuerwehren zu sorgen. An Wochenenden oder in Nachtstunden ist die Einsatzbereitschaft kein Problem, weil außerhalb der Regelarbeitszeiten viele Kräfte vorhanden sind und auch die auspendelnden Arbeitnehmer für den Einsatz ihrer örtlichen Feuerwehr zur Verfügung stehen“, betont Landesrat Stockinger.
