Oö: Alarmpläne für den Einsatz im Tunnel
Oberösterreich: Nach einem Jahr Probe geht ein Alarmplan in die flächendeckende Umsetzung. Ausprobiert und erstellt wurde der Plan in den neuen Tunnels von Neumarkt und Losenstein. Für jeden denkbaren Zwischenfall sind entsprechende Maßnahmen vorgesehen.
Tunnels und längere Grünbrücken bringen für Autofahrer meist eines: Ein angespanntes, leicht mulmiges Gefühl bei der Durchfahrt. Für Einsatzorganisationen bedeuten sie im Einsatzfall eine besondere Herausforderung. Wichtig sind dabei klare Kompetenzen, einfach zu bedienende technische Einrichtungen und vor allem Übung.
Viel wurde bereits in die Tunnelsicherheit investiert. Selbstleuchtende Bordsteinelemente, Rumpelmarkierungen, immer kürzere Fluchtwege oder überhaupt separate Fluchtstollen wurden installiert. Videoüberwachung, heller Tunnelanstrich oder eines der modernsten Tunnelreinigungsfahrzeuge Europas sind nur einige der Maßnahmen.
Das Land Oberösterreich setzt mit dem neuen Alarm- und Einsatzplan jetzt aber österreichweit neue Maßstäbe. Bei der Ausarbeitung dieser Pläne sind alle Einsatzorganisationen von Beginn weg eingebunden. Kurz vor der Inbetriebnahme gibt es dann noch eine Großübung, die die praktische Umsetzbarkeit testen soll – wer was zu tun hat, wo welche technischen Einrichtungen zu finden sind, wie sei zu bedienen sind und vor allem, dass sie einfach und logisch zu bedienen sind, gewährleistet ein eigenes Einsatzbuch, das Feuerwehr, Rettung und Exekutive besitzen.
Darin finden sich genaue Pläne der Tunnel, Fotos über die Bedienung von Entlüftungsanlagen oder Zufahrtsmöglichkeiten und vieles mehr. Jede Einsatzorganisation könne mithilfe dieser Unterlagen ihre Mitarbeiter entsprechend und vor allem laufend schulen, sagt Straßenbaureferent Franz Hiesl (ÖVP). Alle Fäden laufen in der Tunnelwarte Wels zusammen, eine der modernsten ihrer Art.
Getestet wurden die Einsatzpläne in den Tunnel Neumarkt (Bezirk Freistadt) und Losenstein (Bezirk Steyr-Land), die Bilanz der Einsatzorganisationen sei dabei sehr zufriedenstellend ausgefallen, so Hiesl. Jetzt gehe es um eine flächendeckende Erstellung. In gut einem Jahr sollen alle 13 in Frage kommenden Tunnel und Grünbrücken in Oberösterreich einen derartigen Alarmplan haben. Anfragen dazu gebe es aber auch bereits aus anderen Bundesländern, ja sogar aus dem Ausland.
