Politik kündigt Unterstützung der Feuerwehren an
Kärnten: Landesfeuerwehrreferent LHStv. Peter Ambrozy bekannte sich heute im Rahmen einer Pressekonferenz im Landesfeuerwehrkommando uneingeschränkt zu ausreichender finanzieller, politischer und ideeller Unterstützung und Absicherung der Kärntner Feuerwehren.
Mit 400 Freiwilligen Feuerwehren, 22 Betriebsfeuerwehren und einer Berufsfeuerwehr mit zusammen rund 20.000 aktiven Mitgliedern hat Kärnten ein lebendiges und traditionsbewusstes Feuerwehrwesen, würdigte Ambrozy deren enorme Leistungskraft und- bereitschaft im Zuge seines Antrittsbesuches als neuer Feuerwehrreferent im Landesfeuerwehrkommando.
Die Einsätze der Feuerwehren gehen zunehmend über die eigentliche Brandbekämpfung hinaus. Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, bedarf es auch ständiger Schulungen, betonte Ambrozy. Jeder wolle, dass Feuerwehren rasch, effizient und auf höchstem Ausbildungsniveau zur Stelle sind. Daher müssten insbesondere die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten der Freiwilligen Feuerwehrmänner abgesichert und optimiert werden.
Ambrozy sprach sich weiters dafür aus, die Feuerwehrjugend zu fördern. 750 junge Menschen tun Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bei den Feuerwehren wird viel Wissen, werden aber auch wichtige soziale Werthaltungen ganz selbstverständlich an die Jugend weitergegeben. Deshalb solle das bestehende Förderungsangebot erhalten und nach Notwendigkeit erweitert werden. Jene Feuerwehren, die eine Feuerwehrjugend gemäß dem Feuerwehrgesetz anmelden beziehungsweise angemeldet haben, sollen eine so genannte Startförderung (mit Kosten von je 200 Euro pro Person) erhalten. Dies würde auch die Gemeinden entlasten.
Was bei den Freiwilligen Feuerwehren tagtäglich im Dienst und im Einsatz abverlangt wird, das leisten sie ehrenamtlich. Ehrenamtliche Tätigkeit, in welchen Bereichen auch immer, könne nicht hoch genug geschätzt und gewürdigt werden. Als Feuerwehrreferent des Landes werde er das Ehrenamt fördern. Auch als Präsident des Roten Kreuzes sei er glücklich darüber, dass es in Kärnten so viele Menschen gibt, die sich freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Feuerwehrmännern und -frauen seien auch hervorragende Mitarbeiter, da sie eine hohe Sozial- und Teamfähigkeit mitbringen, was wiederum dem Arbeitgeber zugute komme.
Mit den Dienstgebervertretern von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr solle eine Regelung hinsichtlich der Abgeltung im Einsatzfall ausverhandelt werden, plädierte der Feuerwehrreferent. Angesichts der zunehmenden Verkehrsunfälle sei er dafür, dass künftig ein Teil der Kfz-Haftpflichtversicherungsprämien dem Landesfeuerwehrverband zufließe.
Um Synergien zu nutzen und Kosten zu senken, sei auch ein Sicherheitszentrums umzusetzen. Österreichische Bergrettung, Zivilschutz und Österreichische Wasserrettung sollen beim Landesfeuerwehrverband angesiedelt werden. Weiters gab Ambrozy bekannt, dass es ihm als Gesundheitsreferent des Landes Kärnten gelungen sei, in Kooperation mit dem Landesfeuerwehrkommando Kärnten allen interessierten Feuerwehrleuten eine Hepatitis A- und B-Impfung anbieten zu können.
Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. 350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert. In Österreich leben etwa 42.000 chronische Virusträger. Gerade Feuerwehrleute sind im Rahmen ihrer zahlreichen Hilfseinsätze bei Verkehrsunfällen, bei denen trotz Schutzmaßnahmen Blutkontakt gegeben ist, einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch das Hepatitis B-Virus ausgesetzt. Die Hepatitis A und B stellen beide meldepflichtigen Erkrankungen dar.
So wurden im Jahre 2001 in Kärnten 13, im Jahr 2002 5 und im Jahr 2003 auch 5 Hepatitis A-Fälle gemeldet. Für die Hepatitis B wurden gemeldet im Jahr 2001 5 Erkrankungen, davon 1 Todesfall, 2002 11 Erkrankungen, davon 1 Todesfall und 2003 ebenfalls 11 Erkrankungen plus 1 Todesfall. Nur durch eine rechtzeitige aktive Immunisierung durch eine Impfung gegen das Hepatitis A und das Hepatitis B-Virus kann ein Langzeitschutz aufgebaut werden und auch viel Leid erspart werden. Ambrozy schlug als Finanzierungsmodell eine Drittellösung (durch Land, Landesfeuerwehrverband und Selbstbehalt) vor. Dabei würden 40 bis 45 Euro für die Grundimmunisierung (drei Teilimpfungen) auf jeden der Kooperationspartner an Kosten fallen.
